7. Juni, 2008
Kann denn Lernen, kann denn Wissen unschuldig sein? Spätestens seit Michel Foucault wissen wir: Nein.
2008 kommt nun der Suhrkamp Verlag ins Spiel und legt mit der “edition unseld” eine neue Verlagsreihe vor, die für eine “dritte Kultur” werben möchte. Auch hier soll nach Wegen aus den “Sackgassen des 19. Jahrhunderts” gesucht werden…
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18. Januar, 2008
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“Ein menschlicher Körper beginnt fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen. Der Körper, einst Hülle des Lebens,…
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5. Januar, 2008
Was mich - und ganz sicher nicht nur mich - immer wieder nachdenklich macht, ist, wie wenig Vorbilder wir tatsächlich wahrnehmen. Oder sehen wir sie einfach nicht? Schauen wir da genauso weg, wie bei den Vorfällen, wo unser Einsatz tatsächlich und genau dann gefragt ist?
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2. Januar, 2008
Das Vorwort zu “Der Gotteswahn“ wurde bereits hinreichend kommentiert. Wie sieht es in der Folge mit den zentralen Thesen eines (medial) führenden Vertreters des Atheismus aus?
Wir erinnern uns an die Gotteshypothese, die nach Richard Dawkins Grundvoraussetzung monotheistischer Religionen ist:
Es gibt eine übermenschliche, übernatürliche Intelligenz, die das Universum und alles, was darin ist, einschliesslich unserer selbst, absichtlich gestaltet und erschaffen hat (S.46). Weiters: Der abrahamitische Gott hat das Universum nicht nur erschaffen, sondern er ist ein persönlicher Gott, der darin oder ausserhalb davon (was immer das bedeuten mag) wohnt, und die unangenehmen Eigenschaften hat, auf die ich bereits angespielt habe (S.45/55).
Auf 534 Seiten macht sich der Evolutionsbiologe Dawkins eine Menge Gedanken zu dem Thema, wie sich die Existenz Gottes am wirkungsvollsten abstreiten, desavouieren und widerlegen lässt. Zu seinem Stil will ich mich an dieser Stelle nicht äussern. Fragen wir also: Zu welchen Schlüssen kommt Dawkins? Wie stehe ich als Theist zu diesen Schlüssen?
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Agnostizismus, Atheismus, Bücher, Christen, Christentum, Erziehung, Evolution, Gesellschaft, Glaube, Leben, Menschen, Naturalismus, Religion, Theismus, Wissen | Getaggt: Agnostizismus, alister mcgrath, Atheismus, benedikt XVI., critical realism, Der Gotteswahn, Evolution, francis collins, gott, historisch-kritische methode, kanonische exegese, kritischer realismus, natürliche selektion, Richard Dawkins, roy bhaskar, Theismus, theodizee, weltformel |
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26. Dezember, 2007
Ich wusste nicht, dass ich das gedurft hätte, zitieren Sie in Ihrem Vorwort Ihre eigene Frau (Lady Sarah Ward, besser bekannt als Lalla), die liebend gerne die Schule aufgegeben hätte, dies aber ihren Eltern gegenüber nicht äussern konnte.
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25. September, 2007
einige büchlein von ANSELM GRÜN habe ich bereits mit mehr oder weniger interesse gelesen, beim obengenannten titel hat es schliesslich gefunkt (allerdings erst ab kapitel 4). wie gehe ich tatsächlich mit mir und mit anderen um? hier eine zusammenfassung dieses kapitels:
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14. August, 2007
gerade am tag nach dem gandhi-film muss ich umberto ecos kapitel “die modi der kulturellen
moden” lesen. (sind da nicht doch ein paar perfide teufelchen am werk??) es heisst hier: “das beliebte spiel der gebildeten italiener besteht aus drei zügen, die doktor weiss gegen doktor schwarz spielt.
erster zug:
schwarz: “leute wie die u-bahn-attentäter von london müsste man umbringen!”
weiss: “der übliche provinzialismus. in der soziologischen literatur weiss man seit über 10 jahren, dass töten nichts hilft. lesen sie doch mal…”
zweiter zug:
schwarz: “gut, wenn man’s recht bedenkt, sollte man nie einen menschen töten.”
weiss: “scheint mir auch kein origineller ansatz zu sein. hat schon gandhi gesagt.”
dritter zug:
schwarz: “eigentlich hat ghandi recht.”
weiss: “klar, natürlich, dank bush haben wir die aktuelle mode des pazifismus!”
mit dieser immer anwendbaren stategie wird weiss stets gewinnen. 1) für jede irgendwo aufgestellte behauptung findet sich eine früher schon irgendwo anders aufgestellte gegenbehauptung. 2) für jede irgendwann aufgestellte behauptung findet sich ein ansatz eines vorsokratikers, der sie antizipiert. 3) jede einverständniserklärung mit einer these macht, sobald sie von mehr als einer person bekundet wird, die ansichten dieser personen als konform respektive konformistisch definierbar…”
apropos, ging es nicht im letzten blog um ghandi? ja, ich gebe zu, die lektüre von umberto eco “über gott und die welt” ist mir gerade recht gekommen, mahatma gandhi nicht ganz so dogmatisch im raum stehen zu lassen. wenn der papa jetzt etwas relativistisch mit den grossen des letzten jahrhunderts verfährt, ist es umso erfreulicher, dass juniorjunior (sohn gregor, 11) immerhin einiges vom gandhi-porträt behalten hat, und ganz gut einordnen konnte (passiver widerstand bei der verbrennung der pässe in südafrika, der alte mann mit seinem bericht über die ausbeutung bei der baumwollverarbeitung als initialzündung für die tücher-verbrennung, das erreichen der unabhängigkeit indiens, natürlich die ermordung gandhis), gar nicht so schlecht, juniorjunior! wünschen wir doch der jetzt aufwachsenden generation frieden mit einem starken europa und nicht zuvielen klimawandelproblemen…
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27. Juli, 2007
in gewohnt engagierter form gibt einem die BBC-doku “Jesus, der Jude / Jesus the jew” so manche nuss zu knacken.
zwischen jacobus, einem der brüder von Jesus,einerseits, und paulus andererseits kam es zum grossen richtungsstreit: der weltgewandte, intellektuelle paulus, der den gottessohn zu lebzeiten nie kenengelernt hatte, setzt sich schliesslich mit seiner lehre vom zölibatären, unpolitischen Jesus durch…
die moderne wissenschaft stellt vieles in frage: die geburtsstätte des messias ist möglicherweise nazareth, eine volkszählung kann historisch nicht belegt werden, die mutter gottes war nicht jungfrau, maria magdalena war vielleicht Jesus frau, warum kommen die römer als alles beherrschende besatzungsmacht in den evangelien praktisch nicht vor, die räumung des tempels und die ansage “könig der juden” - beides war sehr wohl politisch gemeint, die eher gering geachteten rollen von chumran gehören zu den wenigen bedeutsamen zeitdokumenten für die lebenszeit des messias…
kurzum:
die stilisierung JESUS als ärmlich von der jungfrau geborener messias, der unpolitisch und zölibatär gelebt hat, ist eine geniale, aber sehr persönliche inszenierung des weltgewandten paulus…
wie gehen wir (wie gehe ich) mit diesen immer wiederkehrenden “wissenschaftlichen belehrungen” um, wie urprung und historie des neutestamentarischen glaubens “nach letztem stand” zu verstehen wären? welchen einfluss dürfen diese “erkenntnisse” auf meinen glauben nehmen?
mit ein klein wenig abstand wird es klarer. was auch immer an erkenntnissen der wissenschaft noch kommt, an der einen grossen botschaft ändert sich nichts: der grosse barmherzige Gott hat seinen sohn auf die erde gesandt, als einzigartigen liebesbeweis zu uns menschen. dieser sohn Jesus hat unter uns gelebt, und uns das gedenken an seinen tod und seine auferstehung hinterlassen. so heisst das geheimnis unseres glaubens:
Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit. Amen.
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