umberto eco und das nationalspiel der italienischen eliten

gerade am tag nach dem gandhi-film muss ich umberto ecos kapitel „die modi der kulturellen UMBERTO ECOmoden“ lesen. (sind da nicht doch ein paar perfide teufelchen am werk??) es heisst hier: „das beliebte spiel der gebildeten italiener besteht aus drei zügen, die doktor weiss gegen doktor schwarz spielt.

erster zug:
schwarz: „leute wie die u-bahn-attentäter von london müsste man umbringen!“
weiss: „der übliche provinzialismus. in der soziologischen literatur weiss man seit über 10 jahren, dass töten nichts hilft. lesen sie doch mal…“

zweiter zug:
schwarz: „gut, wenn man’s recht bedenkt, sollte man nie einen menschen töten.“
weiss: „scheint mir auch kein origineller ansatz zu sein. hat schon gandhi gesagt.“

dritter zug:
schwarz: „eigentlich hat ghandi recht.“
weiss: „klar, natürlich, dank bush haben wir die aktuelle mode des pazifismus!“

UMBERTO ECOmit dieser immer anwendbaren stategie wird weiss stets gewinnen. 1) für jede irgendwo aufgestellte behauptung findet sich eine früher schon irgendwo anders aufgestellte gegenbehauptung. 2) für jede irgendwann aufgestellte behauptung findet sich ein ansatz eines vorsokratikers, der sie antizipiert. 3) jede einverständniserklärung mit einer these macht, sobald sie von mehr als einer person bekundet wird, die ansichten dieser personen als konform respektive konformistisch definierbar…“

apropos, ging es nicht im letzten blog um ghandi? ja, ich gebe zu, die lektüre von umberto eco „über gott und die welt“ ist mir gerade recht gekommen, mahatma gandhi nicht ganz so dogmatisch im raum stehen zu lassen. wenn der papa jetzt etwas relativistisch mit den grossen des letzten jahrhunderts verfährt, ist es umso erfreulicher, dass juniorjunior (sohn gregor, 11) immerhin einiges vom gandhi-porträt behalten hat, und ganz gut einordnen konnte (passiver widerstand bei der verbrennung der pässe in südafrika, der alte mann mit seinem bericht über die ausbeutung bei der baumwollverarbeitung als initialzündung für die tücher-verbrennung, das erreichen der unabhängigkeit indiens, natürlich die ermordung gandhis), gar nicht so schlecht, juniorjunior! wünschen wir doch der jetzt aufwachsenden generation frieden mit einem starken europa und nicht zuvielen klimawandelproblemen…

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 14. August, 2007, in Bücher, Gesellschaft, Kultur. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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