serie kleine werkstätte: no emotion, no islam?

auf die dauer sind sie mühsam, egal ob sie bigberta oder PI heissen. diese blogs kommen von ihren emotionen kaum herunter und scheitern an ihren prämissen. sie sind „gegen jegliche vorbehalte oder einwände gegen den islam“ oder „bewegen sich von vorneherein ausserhalb der politischen (mehrheitlich akzeptierten gesellschaftlichen) standards“.

Christentum und Islam

sie sind anti, also immer äusserst subjektiv. ich sage dagegen: less emotion, mehr fakten und nachvollziehbare einschätzungen, bitte. ganz in ruhe, lassen wir uns auf unterschiede zweier grosser religionen nach inhalten und praktiken ein. ohne keule, ohne anklage.


was folgt, muss niemand glauben. es sind schlicht und einfach wesentliche glaubensinhalte dieser religionen, und einige ihrer faktischen auswirkungen.

1. islamgläubige kennen keinen gottessohn.

ja und?

christen glauben an einen liebenden gott, der seinen sohn (!) zu den menschen geschickt hat, der unwiderrufliches vorbild ist, der zur erlösung der menschen einen grausamen tod gestorben ist, der für uns auferstanden ist (!). der tiefere sinn dieses gottesverhaltens ist, dass die grundlagen des christlichen glaubens für alle zeit neu festgelegt wurden: die unendliche liebe gottes zu den menschen, die auferstehung des gottessohnes als endgültiges heilsversprechen.

faktum: einen aus der liebe gottes zu den menschen gekommenen gottessohn und erlöser, dass ist die einzigartige verkündigung der christlichen religion: diese gott mit den menschen versöhnende botschaft gibt es in keiner anderen heute bedeutsamen religion.

2. islamgläubige unterwerfen sich allah.

christen unterwerfen sich nicht?

zunächst ganz einfach, wie es kardinal schönborn anlässlich des 20jährigen bestehens der österreichischen loretto-gemeinschaft ausführte: die beziehung der muslime zu allah ist anbetung und lobpreis, aber in jedem fall eindimensional im sinne einer unterwerfung.

christen sprechen zu – und hören von – gott. das schliesst eine einzigartige möglichkeit mit ein: die freundschaft mit gott. „nicht knechte nenne ich euch, sondern freunde“. gott/gottessohn hat alles, wirklich alles mit seinen mitmenschen geteilt, was eine reale freundschaft damals bedeutet hat, die christen heute und auf alle zeit suchen und erleben dürfen.

faktum: die möglichkeit und das ziel einer freundschaft mit gott, diese umwerfende chance bietet keine der anderen weltreligionen.

angemerkt sei, dass für sehr viele islamgläubige die rechtsprechung „scharia“ des islam über jeglicher weltlicher gesetzgebung steht.

3. islamgläubige unterdrücken frauen.

ein unangenehmes kapitel, nur für den islam?

richtig, frauen wurden von christen als hexen verfolgt. richtig, frauen dürfen nach katholischer praxis kein priesteramt innehaben, dagegen gibt es zumindest vereinzelt weibliche imame.

richtig ist andererseits, dass christliche kirchen heute nicht das geringste problem mit der gleichberechtigung der frauen im säkularen leben haben: gleichberechtigung von mann und frau, gleichstellung in beruf und karriere, gleichberechtigung in ehe und familie, selbstverständlich freie wahl der ehepartner, etc.

zurück zur unterdrückung: über die vom islam akzeptierten misshandlungen von frauen durch muslimische männer, gibt es da den geringsten zweifel? einen link zu entsprechender literatur zur stellung der frauen im islam stelle ich gerne her. siehe dazu unter anderem das posting „nein und dreimal nein„, mit entsprechendem literaturverweis.

4. islamgläubige pflegen umfassende kleidungsvorschriften.

unbestreitbar ist:

säkulare politiker haben ihre stimme erhoben, um kruzifixe aus weltlichen schulen und öffentlichen räumen zu entfernen. haben dieselben verantwortungsträger gegen die aus religiösen motiven getragenen kopftücher und das religiös motivierte verbot von badeanzügen (betrifft muslimische schülerinnen in gemischten klassen an unseren schulen) demonstriert?

das verhalten linker und liberaler mandatsträger, sowie namhafter intellektueller entspricht einer falsch verstandenen toleranz: diese überzeugung vertritt unter vielen anderen intellektuellen und persönlichkeiten alice schwarzer, die sich vor wenigen tagen in wien zu diesem thema geäussert hat.

jan philipp reemtsma (siehe blogpost meisner und reemtsma) stellt dagegen fest: in einer säkularen geselschaft hat es niemanden zu interessieren, aus welchen motiven ein kopftuch getragen wird. nehmen wir das zunächst für gegeben an.

andererseits können säkulare bürger zumindest die gleichberechtigung in den vorschriften und den verhaltensweisen gegenüber religiösen symbolen verlangen. wie oben festgestellt, ist dem realpolitisch nicht so. also müssen wir doch hinterfragen, ob das getragene kopftuch prioritär ein modeaccessoire oder ein religöses symbol darstellt. bei aller wertschätzung, herr reemtsma, aufgrund der politischen faktenlage der gegenwart ist diese frage doch komplizierter, als theoretisch auf einem weissen blatt ausformuliert.

aus sicht der gleichbehandlung resultiert: ich darf kein problem damit haben, wenn kruzifixe, sowie kopftücher von musliminnen und nonnen aus öffentlichen räumen verbannt werden, und damit vor allem zu hause, in kirchen, klöstern und klosterschulen manifest werden.

oder wir finden zu einem entpolitisierten, von gegenseitigem respekt getragenen umgang mit kleidern und symbolen. wohlgemerkt in einem europa, das stolz auf seine christlichen traditionen ist, und diese wieder überzeugt zur schau trägt. aus meiner bescheidenen sicht ist diese zweite möglichkeit zu bevorzugen.

5. islamdominierte staaten lassen keine christliche priesterausbildung zu.

bitte um korrektur, wenn andere fakten vorliegen. mir ist kein islamdominiertes land bekannt, dass die christliche priesterausbildung auf eigenem territorium duldet.

europa geht hier neue wege. nicht nur die ausbildung von imamen ist möglich, sondern die ausbildung von imamen in der muttersprache des betreffenden europäischen landes wird gefördert (niederlande, 2007).

dies ist ein wahres beispiel richtig verstandener toleranz im sinne der grundsätzlichen anerkennung von religionsgemeinschaften, die nicht von vorneherein den jeweiligen grundgesetzen widersprechen. im sinne einer integration, die auf gemeinsamer sprache aufbaut.

6. islamgläubige werden zu selbstmordattentätern.

das ist nichts neues. wir können ungekehrt festhalten: selbstmordattentäter im namen christi sind unserer gesellschaft unbekannt.

märtyrer in nichtislamischen gesellschaften sehen anders aus, auch wenn kein weltlicher geist darüber letztentscheidend zu urteilen hat; andererseits wird meine persönliche ablehnung von selbstmordattentätern im realen leben nicht auf grossen widerstand stossen.

7. islamgläubige gründen gottesstaaten.

„allah soll die welt regieren, nicht irgendein (demokratischer) staat.“ aktuelles interview von gläubigen vor der roten moschee, pakistan. statements dieser art sind typisch und entlarvend.

weltumspannende islamische gottesstaaten sind das ziel der wahrhaft islamgläubigen. die verschiedenen ausprägungen des islam (siehe posting „islam=islamismus„) machen letztlich keinen unterschied, da „realislamisch“ und realpolitisch das ziel des islam die weltherrschaft in form von gottesstaaten ist. für das christentum können wir anmerken: weltumspanennde christliche glaubensgemeinschaften (ohne staatswesen) sind das ziel der katholischen kirche. nun aber setzen sie sich auf den säkularen bürgersessel und entscheiden: was ist ihnen lieber?

wie sehr die trennung von staat und kirche unser leben geprägt hat, sehen wir an der frage der abtreibung: sie ist einerseits vom staat klar geregelt, und wird andererseits von christlichen kirchen als verstoss gegen die menschenrechte abgelehnt, zuletzt von papst benedikt XVI., eine nachvollziehbare haltung aus sicht des christentums

kirche und staat in abendländischen kulturen: was es zuletzt im 20. jahrhundert gegeben hat, sind äusserst fehlgeleitete bündnisse christlicher kirchen mit diktaturen. jedoch sind christliche gottesstaaten auf diesem planeten unbekannt.

dieses posting ist nun schon hart an der 1000-wörter marke angelangt. halten wir also fest: glaubensgemeinschaften, deren inhalte und vorschriften dem grundgesetz entsprechen, sind zu tolerieren. im fall des islam/islamismus sind zumindest die punkte 2. (islamische versus weltliche rechtsprechung), 3. (faktische frauenunterdrückung), 6. (theoretisch legitimierte, real handelnde islamische selbstmordattentäter gegen gesellschaft und staat), 7. (ziel der weltumspannenden gottesstaaten) im hinblick auf europäische grundgesetze zu prüfen. siehe dazu auch mein posting, das ralph giordano zitiert.

wenn keine hundertprozentige übereinstimmung mit den grundgesetzen erreicht werden kann, sind die islamischen glaubensgemeinschaften schlicht zu verbieten. im anderen fall der vollständigen übereinstimmung sind sie entsprechend zu respektieren.

weitere zeiten hoffentlich konsequenter und ernsthafter auseinandersetzung werden uns begleiten. no emotion, maybe islam.

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 6. Oktober, 2007 in Aktuelles, Österreich, Christentum, Deutschland, Europa, Geschichte, Gesellschaft, Glaube, Islam, Kultur, Leben, Römisch-Katholische Kirche, Religion, Wissen und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. no emotion, finde ich in diesem zusammenhang sehr angebracht! die offenen fragen speziell des islam werden hier angesprochen, nur wer wird die antworten darauf finden?

  2. die antworten müssen wir, jeder einzelne von uns, als privatperson und als bürger (so auch als wähler), geben, es gibt keinen anderen weg der gewaltfreien auseinandersetzung. ich für meinen teil werde immer wieder meinen informationen, einschätzungen und überzeugungen ausreichend raum geben! danke für das feedback!

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