Der Gotteswahn (R.Dawkins)- ein Nachwort zum Vorwort

Lalla, Ehefrau von R.DawkinsIch wusste nicht, dass ich das gedurft hätte„, zitieren Sie in Ihrem Vorwort Ihre eigene Frau (Lady Sarah Ward, besser bekannt als Lalla), die liebend gerne die Schule aufgegeben hätte, dies aber ihren Eltern gegenüber nicht äussern konnte.

Im nächsten Absatz schon wird diese konkrete Familiensituation – ohne ersichtliche Begründung – als Grundmuster religiöser Erziehung verallgemeinert. Der vermeintliche Kunstgriff erweist sich als Fehlgriff, denn diese Art der Erziehung bezieht sich zunächst nicht speziell oder gar ausschließlich auf die religiöse Erziehung, sondern ebensosehr auf Schule (wie im Beispiel Ihrer Frau), Berufswahl, Eheschließung, und anderes mehr.

Jetzt werden Sie sagen, dass ihr Beispiel eben gerade auf eine anglikanisch-puritanische Erziehungshaltung zurückgeht. Damit sind wir beim entscheidenden Punkt angelangt, denn wir können dem Beispiel der anglikanischen Erziehung sofort entgegenhalten, dass eine straff organisierte atheistische Gesellschaft meinetwegen im China des 12. Jahrhunderts (zu Zeiten Dschingis Khans) oder im Nordkorea des 20. Jahrhunderts genauso strenge Erziehungshaltungen gegenüber Ausbildung, Beruf und Ehe hatte. Ihr sehr persönliches Beispiel führt also in die Leere. Nun muss sich jeder halbwegs kompetente Leser von den ersten Zeilen des Vorwortes an fragen, ob er ernst genommen wird. Nehmen Sie Ihre Leser ernst, Herr Dawkins?

Nichtsdestotrotz danke ich Ihnen für Ihren Einsatz im Namen der Vernunft und der Wissenschaft. Schließlich sollten sowohl Religions- als auch Wissenschaftskonsumenten über ein Höchstmaß an Aufklärung verfügen können.

Ihr Gegenüber sollte eine eindeutige Position haben, sagen Sie. Damit kann ich dienen, denn meine Position ist ebenso klar wie die Ihre: In der Diktion des „Gotteswahn“ ist das die Kategorie 2 mit starker Tendenz zur 1, oder anders ausgedrückt, die eines tief glaubenden Theisten römisch-katholischer Prägung.

Bewusstseinsschärfung ist eines Ihrer zentralen Stichworte. Man kann als Atheist glücklich, ausgeglichen, moralisch und geistig ausgefüllt sein. Das nehme ich zur Kenntnis, – und beanspruche es ebenso pauschal für meine Position. In dieser Frage darf ich ein glattes Unentschieden unserer Positionen konstatieren.

Die Erkenntnis der Leistungsfähigkeit der natürlichen Selektion nach Darwin: Auch dieser Teil der Bewusstseinserweiterung ist uns gemein, allerdings darf ich in der von Ihnen zitierten berühmten Passage über die „bewachsene Uferstrecke“ den folgenden Satz ansprechen:

Es ist wahrlich eine großartige Ansicht, daß der Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder einer einzigen Form eingehaucht wurde…

So frage ich den Wissenschaftler Dawkins (ohne die Eleganz und Überzeugungskraft der Darwin’schen Lehre der natürlichen Selektion an sich in Frage stellen zu wollen): Wann, wo und wie wurde denn was genau eingehaucht? Die Komik, diese Frage einem Atheisten zu stellen, ist offensichtlich. Wichtig erscheint mir dabei ein erster Hinweis, dass man aus Darwin’scher Lehre und Gott keinen Widerspruch konstruieren muss. Wobei Dawkins uns noch genug Gelegenheit gibt, auf diese Frage zurückzukommen.

Der „bewußtseinsschärfenden“ Abgrenzung, dass

ein beispielsweise christlich aufgezogenes Kind kein christliches Kind, sondern ein Kind christlicher Eltern ist, weil es zu jung sei um dies zu wissen,

kann ich etwas abgewinnen: Meinen 12jährigen Sohn bezeichne ich als christlich erzogenes Kind, aber (ganz im Sinne der von Ihnen geforderten Strenge) nicht als christliches Kind. Diese Frage darf für einen Menschen in der Nachfolge Jesu Christi kein Problem sein.

Der vierte und letzte Punkt Ihrer Bewusstseinserweiterung, der atheistische Stolz, zeugt von Ihrer Leidenschaft und Ihrem Zielbewusstsein. Ich kann es Ihrem und meinem Lager gar nicht genug wünschen, dass Heerscharen stolzer Atheisten sich outen und formieren: Genau diese Entwicklung gibt den Religionsgemeinschaften noch viel mehr Anstoß, Ihre Überzeugungen zu zeigen und zu leben. Grössere Gefahr geht geht von subversiven Kräften wie Scientology aus, wobei ich Ihre diesbezügliche Mitgliedschaft nicht annehmen will, aber auch nicht ausschließen kann. Verzeihen Sie diesen kleinen Untergriff, meine starke Abneigung gegen (in diesem Fall: atheistische) Sekten hat sich an dieser Stelle wohl ihren Weg gebahnt.

Auf Seite 12 gehen Sie wissenschaftlich zur Sache. Besser gesagt unterhalten Sie uns mit einer scheinbar überzeugenden, aber willkürlichen Aufzählung von Greueltaten im Namen der Religionen. Ihre Aufzählung ist durchaus korrekt, aber einseitig, denn unerwähnt bleiben die Macht- und Fortschrittskatastrophen ohne klare religiöse Begründung. Hitler und Napoleon wollen wir an dieser Stelle unberücksichtigt lassen, weil beide Diktatoren weder dem Atheismus noch dem Christentum eindeutig zurechenbar sind. Die folgende Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit kann behilflich sein: Lenin/Stalin (in den russischen Lagern starben nach G.Heinsohn/1998 39 Millionen Menschen), die Auslöschung Polens 1813/15, die Herrschaft des Dschingis Khan, die Hunnenkriege, viele der militärischen Machtkämpfe zwischen Persern und Griechen. Besonders relevant ist die Geschichte „diesseitig orientierter“ Kulturen, wie die Geschichte Chinas: Berichte von Machtkriegen gehen bereits auf das 26. vorchristliche Jahrhundert zurück, namentlich die Schlacht von Banquan. Somit schließe ich an Ihre Polemik mit besonderem Nachdruck die Behauptung an, dass sich in einer Welt ohne Religionen jederzeit anders begründete Verbrechen, Auseinandersetzungen und Kriege gefunden haben, und finden werden. Schon meine unvollständige Aufzählung kann als Beweis für einige Jahrtausende Menschheitsgeschichte voller nichtreligiös motivierter Grausamkeiten dienen. Macht- und Neidkonflikte, mit oder ohne religiöse Ursachen, prägen die Menschheitsgeschichte vom Anbeginn der Zeiten, don’t you think so, Mr. Dawkins?

In Ihrer Anklageschrift gegen den übermäßigen Respekt unserer Gesellschaft für die Religionen schreiben Sie: Wer in Kriegszeiten den Wehrdienst verweigern will, hat es am leichtesten, wenn er religiöse Gründe anführt. Wenn Atheisten herrschen, verhält es sich genauso, nur mit umgekehrten Vorzeichen, oder wie sehen Sie diesen Respekt vor religiösen Gründen unter Stalin, in China, Korea, oder der ehemaligen DDR? Vor wenigen Tagen wurde in Wien des Lebens und Sterbens von Franz Jägerstätter (österreichischer Wehrdienstverweigerer, 1943 dafür hingerichtet) gedacht. Bei allem, was wir über den Lebensweg Franz Jägerstätters wissen, wage ich an dieser Stelle die Hypothese, dass dieser Mann unter Stalin gleichermaßen gehandelt hätte. PS: Vielleicht wird er bald zum 5121. Heiligen der römisch-katholischen Kirche?

Papst Johannes Paul II. verband eine besondere Zuneigung mit der Muttergottes Maria, – und sie schreiben weiter – da offenbarten sich seine polytheistischen Sehnsüchte 1981, als er den Attentatsversuch überlebte und seine Rettung auf eine Eingriff der Unserer Lieben Frau von Fatima zurückführte. Da muss schon die Frage erlaubt sein, warum die Kugel nicht so gelenkt wurde, dass sie ihn völlig verfehlte.

Ein trockener Hinweis ist in diesem Zusammenhang, dass Leiden durchaus zum Lebensweg eines Christen gehören kann. Wichtiger noch: Die eigentliche Größe der Geschichte liegt in der einzigartigen Versöhnung zwischen Papst und Attentäter, die bei tödlichem Ausgang des Anschlags wohl schwerlich hätte stattfinden können.

Nun zu Ihrer polemisierenden Darstellung der Dreifaltigkeit, dem polytheistischen Charakter des katholischen Glaubens, und die polytheistischen Sehnsüchte von Johannes Paul II. Unsere Liebe Frau von Fatima, von Medjugorje, von Lourdes, von Guadeloupe, von Akita, von Zeitoun, von Garabandanal, von Knock sind selbstverständlich Äusserungen ein und derselben Mutter Gottes an verschiedenen Gnadenorten. Daraus einen Polytheismus konstruieren zu wollen, ist schlichtweg Unsinn.

Wie stehen Sie zu solch drastischen Fehlinterpretationen, die so gar nicht zu Ihrer postulierten Wissenschaftlichkeit passen wollen?

Soviel zu Ihrem Vorwort, dass einen aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts schon zum Zuklappen der Buchdeckel veranlassen kann. Ich aber nehme gerne dieses Kreuz auf mich, und werde meine einfachen Fragen weiter stellen. Talk to you soon, Mister Dawkins.

Bild: www.flickr.com, öffentlich

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 26. Dezember, 2007 in Agnostizismus, Atheismus, Bücher, Christen, Christentum, Erziehung, Gesellschaft, Glaube, Menschen, Religion, Theismus, Wissen und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 14 Kommentare.

  1. Ein Freund von mir hat „Der Gotteswahn“ zu Weihnachten geschenkt bekommen, und nun konnte ich es mir ausborgen, OHNE GELD DAFÜR ZU BEZAHLEN. Bei Gelegenheit werde ich mich in meinem Blog auch darauf beziehen (http://erstersein.wordpress.com).

    Im ersten EIndruck ist es ein harmloses Buch eines Atheisten, der sein Ziel erreicht hat, sobald Atheismus als anerkannte Religionsgemeinschaft eingetragen sein wird ;-)

  2. @erstersein
    Wer bin ich, um hier den Moralapostel herauszukehren… jedenfalls schreibt dawkins – mit dem namen seines prominenten lehrstuhls – ziemlich gotteslästerlich daher, und das mit teilweise sehr schwachen bzw. fehlerhaften thesen und argumenten.

    bestseller ist das buch also, typisch! rosamund pilcher verkauft sich auch besser als orhan pamuk… und trotzdem darf man dem herrn dawkins kräftig und fundiert widersprechen, ich finde, man muss es sogar, und dabei erstersein ;-) !

  3. Mein Pseudonym „erstersein“ bezieht sich auf mein Blog, wo ich in der „about“ page eine kleine Geschichte hinterlegt habe, die sich mit dem Spiel „Erster sein“ beschäftigt – die Evolution der Technik als Metapher für die Geschichte vom Sündenfall, wo der Teufel dem Menschen weismacht, er wird sein „wie Gott“. Na ja, keine literarische Meisterleistung aber entspricht dem Wunsch, „das Leben, das Universum und den ganzen Rest“ als Folge der Technologie zu erklären – typisches technozentrisches Weltbild eines Diplomingenieurs ;-) -aber mittlerweile bin ich in „der Gotteswahn“ etwa bei der Hälfte angelangt, und ich denke, Richard Dawkins tut im Wesentlichen dasselbe: er hat in seinem Fachgebiet „Evolutionsbiologie“ die natürliche Selektion sehr gut verstanden – das Gleichnis vom Steilhang und vom flachen Hügel ist wirklich überzeugend – und nun versucht er, damit alles zu erklären, inklusive Gott. Für ihn ist Gott (Geist) eine Folge der Materie, während für eine gläubigen Menschen oft Materie eine Folge des Geistes ist.

    Aber wer bin ich, um mich in diese Fachdiskussion einzumischen, sollte Dawkins etwas über die Maxwellgleichungen sagen, kann ich mitreden, aber so bleibt mir die Kritik eines 0815-Gläubigen, der den geistigen Sprung nicht ganz versteht, wenn Dawkins zeigt, wie man die Entstehung des Lebens inkl. Religionen darwinistisch begründen kann und im nächsten Moment, ohne jeden Zwischenschritt, sagt „Gott ist unwahrscheinlich“.

    meint
    Christoph

  4. nachdem, was von kompetenten kollegen dawkins‘ bestätigt wird, ist dieser geistige sprung nicht nachvollziehbar, anders ausgedrückt – ohne belege, um dawkins‘ lieblingshinweis contra religionswissenschaft zu zitieren ;-) .

    ein – in der naturwissenschaftsgeschichte umstrittener, aber immer wieder gemachter – hinweis ist, dass die gotteshypothese so unwahrscheinlich sei, da die voraussetzung einer superkomplexen intelligenz als anfang der kausalkette in jedem fall sehr unwahrscheinlich wäre. dawkins galoppiert einfach auf bekannten weiden, wo verkündet wird, dass ein einfaches urprinzip wesentlich wahrscheinlicher sei. oder griffiger formuliert: fragwürdiger, superkomplexer bibelgott widerspricht einfachem urprinzip, also erklären wir den bibelgott für höchst unwahrscheinlich. die natürliche selektion wiederum suggeriert, dass wir gar keinen gott für die evolution brauchen: dies KANN ich annehmen, aber dawkins bleibt uns die belege schuldig, dass wir es schlussfolgern MÜSSEN.

    ich empfinde diesen versuch eines kompetenten wissenschaftlers, seine leser mit populärwissenschaftlichen techniken einzunebeln, einfach widerwärtig. so erklärt sich meine – so hoffe ich – gründliche antwort auf dieses medienphänomen.

  5. Sehr amüsant finde ich ihre Anklageschrift dieses Buches, das ich selbst gelesen habe und auch als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts sehr gut fand. Sie kritisieren ohne auf die Argumente von Dawkins einzugehen, sie picken sich stellen herraus, (völlig aus dem zusammenhang gerissen) und hängen sich daran auf ohne inhaltlich zu verteidigen – zudem geht es nicht darum, dass er religion, als das einzig schrecklich auf der religion verteufelt – sie argumentieren mit anderen schlimmen taten die es gab und die keine religiösen Ursprünge haben, was wollen sie damit zeigen, das verbessert nicht die Gefahr die sich aus Religionen ergeben:

    Fakt warum man gegen Religion sein kann ist das Religion überholt ist, früher als man ein Gewitter nicht erklären konnte, dachte man auch, dass Thor Hammers die Lösung ist – wie lächerlich im 21 Jahrhundert glaubt man nicht mehr daran. Warum? Weil wir es besser wissen! Man entwickelt sich … man muss loslassen von Dingen, die man glaubt´, aber nicht beweisen kann, viel mehr beweisen kann kann der Glaube faslch ist!

    „selbstverständlich kann gott das, widersprüche spielen keine Rolle und werden in ihrer Dimension aufgehoben“

    „Wenn Gott allmächtig ist, kann er dann einen Fels schaffen, der so schwer ist, dass er ihn selbst nicht heben kann?“

  6. @yelda
    „…sehr amüsant…“, damit lässt sichs doch leben!
    wer das buch tatsächlich liest – hier geht es übrigens auschliesslich um das vorwort – sieht, dass ich punkt für punkt auf dawkins‘ polemik eingehe… das ist ja gerade der witz an der sache: der mann lässt sich mit seinen eigenen argumenten so wunderbar vorführen.

    mehr zum inhalt dieses machwerks habe ich übrigens hier geschrieben https://stefan888.wordpress.com/2008/01/02/atheismus-2-sieben-thesen-pro-deo-mit-richard-dawkins/

    PS: die these „viel mehr beweisen kann, dass der glaube falsch ist“ unterschreiben nicht einmal die ärgsten gegner der religionen. dazu müsste man zunächst die existenz gottes widerlegen, und das schafft – nach eigenen worten – nicht mal der ansonsten sympathische oxford-professor, weder mit den techniken der logik, noch mit den erkenntnissen der evolutionsbiologie, dabei würde dawkins doch nichts lieber als die nichtexistenz gottes beweisen…

  7. Von den energischen „Kritikern“ an Dawkins Buch in diesem Forum hat
    meiner Ansicht nach ueberhaupt niemand das Buch wirklich
    gelesen. Dawkins nebelt niemand ein und ist auch nicht
    polemischer als noetig :-) Er vertritt seine durchdachten
    Standpunkte leidenschaftlich, aber er ist kein Fundamentalist.
    Und er behauptet an keiner Stelle, Antworten auf alles geben
    zu koennen. Das tun andere.

    Also: Buch nochmal aus dem Regal nehmen oder ausleihen
    und unvoreingenommen LESEN!

  8. lieber/liebe meikel

    GELESEN habe ich es, und zwar von der ersten bis zur letzten seite.

    nenne mir blogs mit gründlichere recherchen, einschliesslich exakter quellen- und seitenangaben, als:

    https://stefan888.wordpress.com/2008/01/02/atheismus-2-sieben-thesen-pro-deo-mit-richard-dawkins/

    und

    https://stefan888.wordpress.com/2008/01/22/375/

    solltest du erfolgreich sein,
    winkt dir der NICK-KNATTERTON-FOR-SCIENCES-AWARD ;-)

  9. lol kroski,

    Ich glaub es Dir, dass Du das Buch gelesen hast.

    Ich frage Dich nur mit welcher Brille auf den Augen?

    Glaubst Du wirklich dem Buchstaben der Bibel mehr, dass Gott die Welt in sieben tagen geschaffen hat?

    Oder glaubst Du, dass Jesus Christus das Reich Gottes verkündigt hat und dies ist in uns?

    Der jüngste Tag. der ja immer jetzt ist stellt Dir die Frage: Was hast Du dem Geringsten getan?

    Da sind die Ideen schon wichtig, die einer im Kopf hat , denn das ist es woran einer glaubt. Aber man sollte die persönliche und Beziehung stiftende Frage stellen. Wie lebst Du mit dieser Idee? Macht sie Dich glücklich?

    „Ich wusste nicht, dass ich das gedurft hätte!“ Das ist eine sehr entscheidende Aussage. Dieser Aussage nachzuspüren und nachzuforschen, wünsche ich mir von den Christen.

    Den Anderen zu seiner Selbsterkenntnis seiner eigenen Gottesebenbildlichkeit zu bringen. Seine Schöpferkraft (Kreativität) anzuerkennen, führt raus aus dem Elend.

    Selbstbewußtsein = Gottesbewußtsein

  10. Hallo Gräfin,
    mit Verlaub: es war die Lesebrille ;-)

    Ich habe gar nichts gegen den wissenschaftlichen Teil (!) der Evolutionstheorie, wie sie von Dawkins & co betrieben wird.

    Wogegen ich bin, ist dieser unglaubliche Hass vieler Wissenschaftler auf alles was Religion und Gottesglaube anbelangt. Das führt nicht nur zu bösartigen Auseinandersetzungen, ist schlicht unglaubwürdig, sondern es ist schlicht sinnlos:

    Selbst Dawkins schreibt in seinem Buch, dass die Nichtexistenz Gottes nicht beweisbar sei!

    Warum also diese primitive, vulgäre und bösartige Hetze gegen Gott?

    Keine Sorge, ich bin ganz ruhig, wenn ich diese Dinge beim Namen nenne. Allerdings befand ich mich beim Schreiben meiner Dawkins-Beiträge im Zustand höchster Empörung, und das merkt man streckenweise auch. Heiliger Zorn, gewissermassen ;-)

    Inzwischen bin ich friedlicher – und glücklicher.

    Was nicht heißt, dass ich nicht wieder deutlich Stellung nehmen werde, wenn jemand den „wunderbaren geistigen Christenraum“ angreift…

  11. Heiliger Zorn ist ja erlaubt.
    Nur bedenke, Elias hat Gott im sanften Säuseln des Windes erfahren. Und das nachdem wie viele Baalspriester im Namen Gottes abgeschlachtet hat.

    Beschäftige Dich einmal mit der Entwicklung der Gefühle eines Säuglings, der in seinem Wunsch etwas zu reichen gerade frustriert wird.

    Ich stand vor einiger Zeit am Grab der Enkelkinder von meiner Cousine. Sie sind ohne einen wichtigen Teil des Gehirns geboren. Sie selber hat 13 Kinder geboren und drei davon auch schon begraben. Sie ist der festen Überzeugung, dies ist Gottes Wille. Ich selber habe vier jüngere Brüder durch den Tod verloren. Für den ersten 8Wochen alt wurde sechs Jahre lang dafür gebetet, dass der kleine Kerl in den Himmel kommt. Was ist das für ein Gott, der so ein kleines Kind nicht sofort wieder in seine Arme schließt?

    „Für jeden der die Sünde für möglich hält ist die Welt vor der Liebe sicher“ (Ein Kurs in Wundern)

    Ich bin in einem Kloster nicht aufgenommen worden, weil mein Kontakt zu Gott nicht stimmt. Ein Mönch sagte mir: „Ich wollte dir immer schon mal sagen, um Gotteswillen verlieb dich nicht in mich.“ Was ist das für ein Gott?
    Der Priester, bei dem ich dann nach dem 11.9.01 zur Beichte ging brach nach neun Monaten plötzlich den Kontakt ab. Als ich damit nicht klar kam, bekam ich Briefe von der Bistumsleitung mir rechtliche Schritte anzudrohen. Als ich wiederum damit nicht klar kam suchte ich einen anderen Priester auf und bat ihn um Hilfe, die dann so aussah, dass er mich über die Wandlung bei der Verehrung der Hostie magisch manipulierte. So dass ich mich einer Unterleibsoperation unterziehen musste. Der Pfarrer meiner Gemeinde meinte mich wütend während der Christmette anstarren zu müssen, vermutlich saß ich als die absolute Heuchlerin in seinen Augen direkt vor seinen Augen. Der neu eingesetzte Pfarrer der Nachbargemeinde, lehnte mein Angebot die Schaukästen vor der Kirche zu reinigen glatt weg ab, das könnten die Angestellten des Büros machen. Dieser Pfarrer hielt dann eine Jugendmesse mit dem Thema: „Mein Gott ist nicht grausam, tut mir leid für Deinen“
    Es ist nicht Gott, den sie angreifen es ist das Bodenpersonal, was sich viel zu oft zwischen Gott und den Menschen schiebt.
    Als Wissenschaftler solltest Du lernen hier zu differenzieren. Hör auf Deine Gefühle und artikuliere sie. Die Argumente sind nur das Vehikel für unterdrückte Gefühle und zuerst kommt der Hass raus.
    Die Menschen sind um eine Hoffnung betrogen worden nämlich selber göttlich und okay zu sein. Das ist eine narzisstische Kränkung, die muss erst einmal gewürdigt werden.
    Pack sie bei ihrem Stolz, dass sie es doch besser machen können als Du und als ich schon allemal.
    Wir müssen erst einmal erkennen, dass wir selber dabei sind das Christentum leer und inhaltslos zu machen. Dies verlangt Einsicht in die geschichtlichen Zusammenhänge und das Fingerspitzengefühl für Dein Gegenüber.
    Ich freu mich, dass Du Dich auf mich einlässt. Vier Augen sehen besser als zwei.

  12. Klaus Brückner

    Ihr Kommentator Kroski arbeitet nach dem allseits be-
    kannten Muster. Dawkins bringt nichts wirklich Neues.
    Das ist alles Käse von gestern und von der Wissenschaft ( von welcher ? ) schon lange widerlegt.
    Natürlich schlagen sie ( Kroski ) ihn ( Dawkins ) mit seinen eigenen Waffen und sie vergessen nicht hinzuzufügen, daß das erstaunlich leicht fällt. Damit
    können sie aber nun wirklich nur Dumme beeindrucken.
    Wenn es so leicht ist, die Argumente von Dawkins zu
    widerlegen, dann beantworten sie mir doch bitte sehr konkret nur die folgenden Fragen:
    1. Warum leben wir in einem Weltall, daß bereits
    14 Milliarden Jahre alt ist ?
    Warum muß dieses Weltall Milliarden von Galaxien
    mit unendlich viel Sternen und Planeten haben ?
    2. Warum entstand unsere Erde erst vor 4 Milliarden
    Jahren, das Leben auf dieser Erde vor 3 Milliar-
    den Jahren ?
    3. Die Erde wurde 185 Millionen Jahre von Dino-
    saurier beherrscht. Während dieser Zeit gab es
    einige kleine Säugetiere, von Menschen noch keine
    Spur. Warum dieser Umweg ?
    4. Von einem Menschen ( homo sapiens ) geht die
    Wissenschaft seit ungefähr 1 Million Jahren aus.
    Monotheistische Religionen ( auch die christ-
    liche ) gibt es seit einigen tausend Jahren. Wenn
    ihre Fiktion Gott stimmen würde, was macht ihr
    Gott mit den Menschen, die von seiner Existenz
    gar nichts gewußt haben ?
    5. Bitte eine Antwort auf die zentrale Frage von
    Dawkins. Wenn es ihn gibt, ihr Gott , wer hat
    ihn erschaffen ?
    6. Dawkins verkündet im Gegensatz zu ihnen keine
    absoluten Wahrheiten. Als seriöser Wissenschaft-
    ler stellt er etwas fest, was absolut unstrittig
    ist. Weder läßt sich die Existenz Gottes noch
    seine Nichtexistenz wissenschaftlich beweisen.
    Er spricht nur davon, daß nach seiner Meinung
    eine große Wahrscheinlichkeit gegen die Existenz
    spricht. Das belegt er mit aus meiner Sicht sehr
    stichhaltigen Argumenten. Bitte bringen sie
    seriöse Argumente für die Existenz Gottes. Die
    Gottesbeweise, die ich kenne ( Thomas von Aquin
    etc. ) können sie vergessen. Man darf gespannt
    sein, was sie da auspacken.
    7. Am Schluß noch eine Frage, die durchaus ernst ge-
    meint ist. Haben Affen, die gentechnisch ge-
    sehen zu 98 % mit Menschen identisch sind nach
    ihrer Meinung auch ein Anrecht auf das ewige
    Leben ?

    Klaus Brückner

  13. Nach vielen Diskussionen um Darwins Buch und nachdem ich bereits dagegen geschriebenen Bücher gelesen habe, hatte ich im Osterurlaub Gelegenheit, mich mit dem „Gotteswahn“ auseinanderzusetzen.

    Dabei ist mir bewusst geworden, dass Dawkins als Deist ein Anhänger des lebendiger schöpferischer Vernunft ist, er nur lautstark artikuliert, was längst als Problem des heutigen buchstäblich-blinden Glaubens bzw. Beweisen wollen eines geheimnisvollen Desingern, Aufpassers… auch von den Theologen analysiert wird.

    Die Zeit der Gottesbeweise ist vorbei. In Erklärungs- oder Denklücken ist kein Platz mehr für ein nach menschlichem Bild zu suchendes Hirngespinst. Es wird höchste Zeit, sich wieder auf den unsagbaren Schöpfungsgrund vom Anfang zu beziehen. Buchstaben und alte Gerüchte können den Menschen heute keine Werte mehr geben, kein Gemeinschaftsgefüge bilden, das gemeinsam weltökonomisch und ökologisch Zukunft gestaltet.

    Wer wie ich davon ausgeht, dass es am Anfang um die kreative=schöpferische Vernunft ging, die selbst Benedikt XVI. (wenn auch noch rein dogmatisch, nicht mit Blick auf die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse) als biblischen und damit historischen Jesus bekennt, für den ist der Deismus, den Dawkins vertritt, der Anfang zum echten Mono-theismus.

    Die Evolutionsbiologen sind es, die uns einen einheitlichen, weltumfassenden Sinn des Lebens wieder beibringen, den sich menschliche Wesen nicht selbst setzen. Und selbst Dawkins bringt durch den Begriff der Meme zum Ausdruck, dass der Mensch als Kultwesen nicht nur eine egoisische Genmaximierungsmaschine ist, auch wenn die gleichen Prinzipien gelten.

    Und bei Evolutonsbiologen wie Junker ist sogar nachzulesen, wie menschliche Wesen sich nicht von selbst vernünftig verhalten, weder was ihre Gesundheit, noch die Gesamtheit, das gesellschaftliche Zusammenwirken betrifft, warum ein gemeinsamer Kult notwendig ist, um einen „Superorganismus“ zu schaffen. (Heute reden wir z.B. von „sozialer Marktwirtschaft“, die allein durch politische Gesetze und philosophische Parolen nicht zu halten ist.)

    Was manche Evolutionsbiologen „Gott sei Dank“ lautstark angreifen, ist der von realer Schöpfung abgefallene Aber-glaube trotzdem, die Selbstherrlichkeit buchstäblicher Gestrigkeit, die weder Werte geben kann, noch menschliche Verant-wort-ungsgemeinschaften.

    Es wird Zeit, dass das Verhältnis von dem als Sohn gesehen Logos (den Prinzipien allen natürlichen Seins) und dem Gott der Väter neu durchdacht wird.

    Dazu sollte Dawkins Anstoß geben.

  1. Pingback: Der Nachruf des R.Dawkins auf R.Dawkins « .bewegendes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: