Zum gottlosen Humanismus in 12 einfachen Schritten

Jetzt die Bibel auf den Feuermüll?

Ist es Zeit, die Bibel auf den Feuermüll zu werfen?

Sokrates in 5 minutes; Islam in 30 Sekunden; Jesus für Anfänger. Wir kennen diese Rezepturen, Kommerzielles ohne den notwendigen background. An dieser Stelle agieren wir im Doppelpack. Erstens: In 12 Schritten zum Humanismus – genauer gesagt zum gottlosen Humanismus des Humanistischen Manifest III, das unter anderem von Paul Kurtz, dem Begründer der International Academy of Humanism, und Richard Dawkins, dem gegenwärtigen Darling der Medien, unterzeichnet wurde. Zweitens: Zugang zu ausführlicheren Informationen, dazu ein Link im vorletzten Absatz des Artikels.

Säkularisten gehen unter anderem gläubigen Christen gegenüber aggressiv zu Werke, indem sie Metaphysik, Theologie und Glauben dogmatisch als Aberglauben (ab-)qualifizieren. Selten bis gar nicht nehmen sie auf ihre eigenen Bekenntnisse Bezug, wohl nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Dabei hat jeder Christ, Jude, Muslim und andere Religionsangehörige… alle haben ein Anrecht zu erfahren, nach welchen Leitlinien der progressive Teil der Nichtgläubigen sein Leben ausrichtet.

Lehnen wir uns zurück und „genießen“ die 12 Leitsätze, geschaffen von einer Riege pragmatisch denkender Individualisten, für die das Leben sinnlos ist – und die dennoch (aus ihrer Sicht: gerade deshalb) die gesellschaftliche Vorherrschaft reklamieren.

12 Kernsätze des atheistischen Humanismus:

1. Etablierung eines naturalistischen Weltbildes

Die Schaffung eines Weltbildes mit einer aggressiv betriebenen Ausklammerung von Metaphysik und Theologie ist das Ziel des Humanismus. Religionen und Theologie werden beiseite geschoben, und die mehrtausendjährige abend- und morgenländische Geistesgeschichte der Metaphysik wird für bedeutungslos erklärt.

2. Unbegrenzte Forschung schafft künstliches Leben

Eine freie und unbegrenzte Forschung ist das Ziel. Dabei steht nicht die Bewahrung des natürlichen Lebens, sondern die Schaffung künstlichen Lebens im Zentrum der Bemühungen.

3. Die Natur ist auf physikalisch-chemische Grundlagen rückführbar

Die Natur beruht eigentlich auf physikalisch-chemischen Grundlagen, erklärt das Manifest. Dabei bleibt offen, wie und in welcher Form ästhetischen und anderen kulturellen Ausdrucksformen Rechnung getragen werden soll.

4. Respekt vor geistigen Phänomenen erübrigt sich

Aufgrund der im Manifest vertretenen Thesen des nicht reduktiven Materialismus sind mentale Phänomene großteils auf physikalische Ereignisse rückführbar. Die Geistebene bleibt somit ohne besonderen Stellenwert und ein Respekt vor geistigen und transzendentalen Phänomenen erübrigt sich.

5. Einen „intelligenten Plan“ gibt es nicht

Ausschließlich nachprüfbares Wissen über die Natur kann für gesellschaftlich relevante Entscheidungen herangezogen werden. Die These eines „intelligenten Plans“ wird aufgrund statistischer „Beweisführungen“ ausgeschlossen. Neuere unbewiesene Thesen der Evolutionsbiologie und Kosmologie (Stichwort Multiversum) werden aufgegriffen, um die Gottesthese in ein möglichst unwahrscheinliches Licht zu rücken.

6. Naturwissenschaftliche Eliten entscheiden über Leben und Tod

Laut Manifest müssen bei Entscheidungsträgern naturwissenschaftliche Kenntnisse vorausgesetzt werden. In der Folge haben naturwissenschaftlich gebildete Eliten das Entscheidungsrecht ganz besonders für diejenigen Angelegenheiten, die über Leben und Tod befinden.

7. Das christliche Wertesystem hat sich humanistischen Wertesystemen unterzuordnen

Demokratische Gesellschaften können eine vielzahl alternativer Wertesysteme aufweisen. Das christliche Wertesystem hat, weil es wie andere Religionen auf Aberglauben beruht, keine weitere gesellschaftliche Berechtigung.

8. Humanistische Ethik ersetzt Liebe und Familie durch Glück und Selbstbestimmung

Die humanistische Ethik verwendet die Parameter Glück, Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit. Die christlichen Werte Glaube, Hoffnung und Liebe werden als gesellschaftlich irrelevant zurückgewiesen. Die aktive Tätigkeit der Nächstenliebe wird auch nicht annähernd durch die passive Tugend „Wertschätzung“ ersetzt.

9. Jederzeit auflösbare Partnerschaften ersetzen die christliche Ehe

Der humanistische Sittenkodex übernimmt eine Reihe von Geboten aus religiösen Wertesystemen, ohne die gesellschaftliche Keimzelle Familie (Hetero-Ehe) ausdrücklich einzubinden. Jederzeit auflösbare zivilrechtliche Partnerschaften einschließlich Homo-Ehe bilden das erklärte Gegenmodell zur christlichen Ehe.

10. Eltern dürfen christlich-sittliche Grundsätze nicht auf ihre Kinder übertragen

Festgestellt wird, dass Paare hinreichend über die Möglichkeit informiert werden müssen, von der künstlichen Befruchtung und biogenetischer Beratung Gebrauch zu machen. Obwohl von den Eltern vermittelte sittliche Grundsätze von großer Bedeutung sind, dürfen Eltern laut Manifest nicht ihre eigenen religiösen Anschauungen auf ihre Kinder übertragen.

11. Sterbehilfe, Abtreibung und Klonen sind wesentlich für die menschliche Freiheit und Selbstbestimmung

Die Humanisten werden die Debatte über die Sterbehilfe insbesondere in den Wohlstandsgesellschaften verstärkt führen, um unnötiges Leiden zu verkürzen und sogar den Tod schneller herbeizuführen. Aktive Sterbehilfe soll unter Berufung auf die Europäischen Menschenrechte gesellschaftsrechtlich verankert werden. Frauen müssen das Recht haben, über ihren Körper selbst zu bestimmen, d.h. sie können sich für oder gegen Fortpflanzung, Empfängnisverhütung, Abtreibung, Leihmutterschaft und Klonen entscheiden.

12. Einen Sinn des Lebens gibt es nicht

Für atheistische Humanisten gibt es kein Leben nach dem Tod. Das Leben ist dem Wesen nach sinnlos.

Mir ist etwas kalt geworden nach diesen 12 Leitideen. Wer dennoch etwas warm werden will mit dem Hintergrund dieses Programms, der lese die Kritik des Humanistischen Manifest III, woraus die genannten Thesen Schritt für Schritt hervorgehen.

Die Fragestellung, die an dieser Stelle immer mehr Kontur annimmt, ist doch: Was ist seit der Neuzeit in Wissenschaft und Gesellschaft passiert, um die beschriebene Geisteshaltung führender Wisenschaftler entstehen zu lassen? Thesen, die deutlich erkennbar an den Grenzen zu totalitären und  menschenverachtenden Grundsätzen rütteln? Die schließlich als neue globale Doktrin veröffentlicht werden?

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 30. April, 2008 in Atheismus, Christentum, Humanismus, Naturalismus, Wissen und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 21 Kommentare.

  1. Es ist immer dasselbe. Vor zweihundert Jahren waren die Vordenker des Zeitgeistes der Ansicht, außer Geist wäre gar nichts da. Jetzt erzählen uns ihre Erbe, alles sei Materie. Wer auf solche offensichtlich kontingenten Ansichten sein Leben baut, muss es wohl für sinnlos halten…
    Erkenntnistheoretisch vollkommen absurd ist natürlich die Idee, es könne eine neutrale Einstellung zur Religion geben, etwa von Eltern gegenüber den Kindern. Alles in allem isind die Grundsätze der atheistischen Humanisten letztlich sehr ideologisch, fast verblendet. Ein Zusammenleben kann auf ihnen nicht gründen.

  2. @Nikodemus

    Ein aktives soziales Gesellschaftsleben wird im naturalistischen Humanismus gänzlich ausser Acht gelassen. Es soll sich aufgrund individueller Selbstbestimmung, sowie ein paar Fragmenten aus den 10 Geboten und unter bewusster Negierung der Keimzelle Familie quasi von alleine ergeben – ein Albtraum.

    Das Selbstbewusstsein der Humanisten gründet auf dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisstand, der laut CERN-Physikern absolut berauschend ist: Derzeit kennt die Naturwissenschaft ganze 4% der Materie, die unseren Kosmos ausmacht… die ganze Überheblichkeit der naturalistischen Humanisten gründet also auf 96% Nichtwissen.

  3. Habe kurz nach der Lektüre dieses aufschlußreichen Manifestes einen Abschnitt aus der Enzyklika „Dominum et Vivificantem“ aus dem Jahr 1986 gelesen, der -wie mir scheint- eine sehr klare Analyse des komplexen Phänomens „Atheismus“ ist, gerade auch aus biblischer u n d philosophisher Sicht. Ich habe ihn als weiterführende Gedanken zu Deinem post hier auf meinem blog zitiert

  4. @diego
    Danke für den Hinweis, und den link zur Enzyklika von Johannes Paul II. gebe ich gerne weiter:

    dominum et vivificantem

  5. In der Naturwissenschaft geht es doch um die Forschung nach der Wahrheit! Was hat eine „mehrtausendjährige abend- und morgenländische Geistesgeschichte“ dort zu suchen? Es geht doch in der Naturwissenschaft nicht um die „Schaffung eines Weltbildes“, sondern darum, die Weltr zu verstehen!
    Was ist denn gegen die Schaffung künstlichen Lebens einzuwenden? Im Prinzip doch wohl nichts! Es ist doch wohl lediglich von Bedeutung welchem Zweck dies dienen soll!
    Was haben denn physikalisch-chemische Grundlagen mit ästhetischen unmd kulturellen Ausdrucksformen zu tun?
    Und mentale bzw. geistige Phänomene sind doch wohl dazu da erforscht zu werden, nicht ihnen Pespekt entgegenzubringen!
    Was hat denn das Multiversum mit der „Gottesthese“ zu tun?
    Natürlich ist etwas dagegen einzuwenden, wenn sich naturwissenschaftliche Eliten anmaßen über Leben und Tod zu entscheiden! Doch wer will das denn? Über wessen Leben bzw. Tod soll denn hier entschieden werden?
    Und was ist denn überhaupt das „christliche Wertesystem“? Kreuzzüge? Inquisition? Hexenverfolgungen? Scheiterhaufen?
    Und was ist gegen soziale Gerechtigkeit einzuwenden?
    Wieso sollte die Hetero-Ehe ausdrücklich eingebunden werden? Es wird doch niemand daran gehindert eine Hetero-Ehe einzugehen! Doch was ist z.B. dagegen einzuwenden wenn es manche Leute vorziehen ohne Trauschein zusammenzuleben?
    Was ist denn gegen eine künstliche Befruchtung einzuwenden, wenn es auf natürlichem Weg mit dem Kinderwunsch nicht klappt?
    Und was die Übernahme religiöser Anschauungen betrifft, so sollte es doch den Kindern überlassen werden sich ihre eigene Meinung zu bilden! Genauso wie z.B. bei politischen oder anderen Anschhauungen!
    Warum soll denn Menschen Sterbehilfe versagt werden? Ist es denn humaner sie gegen ihren Willen jahrelang leiden zu lassen? Und wieso sollen sich andere Leute das Recht anmaßen dürfen über den Körper einer Frau zu bestimmen?
    Gegen Leihmutterschaft ist doch lediglich etwas einzuwenden, wenn sie zur Geschäftemacherei in Verbindung mit kapitalistischer Ausbeutung entartet!
    Und was gibt es gegen das Klonen einzuwenden?
    Und gegen Empfängnisverhütung nkann es doch wohl absolut nochts einzuwenden geben!
    Und ob es ein Leben nach dem Tod gibt? Was bringt es dies einfach zu glauben? Was bringt es lediglich zu glauben es gäbe ein Jenseits, ein Nirvana, eine Reinkarnation oder was auch immer? Da wäre es doch wohl sinnvoller dies zu erforschen! Noch besser: danach zu forschen ein Leben nach dem Tod herbeizuführen, zum Beispiel ddurch eine Übertragung des Bewustseins auf einen neuen Körper. So wie die Übertragung des Inhalts eines Datenträgers auf einen anderen. Zu erforschen, ob sowas vielleicht irgendwann möglich ist! (Wobei sich natürlich die Frage ergäbe, ob das Bewußtsein, somit die Identität einer Person, übertragen würde, oder lediglich deren gespeicherte Erinnerungen.)!

  6. Bei so viel Fragenmüll gibt es nur eine Empfehlung:

    Zuerst lesen, dann denken, schließlich schreiben.

    Diese 12 Thesen sind direkt und oft wörtlich aus dem Humanismus Manifest III hergeleitet, schon gemerkt?

    Diese an totalitäre und menschenverachtende Ansichten grenzenden Grundsätze sind unter dem Deckmantel des Humanismus entstanden.

    Was ist mit der Wissenschaft und Gesellschaft der Neuzeit passiert, um einen derartigen „Geist“ hervorzubringen und zu publizieren?!?

    DAS ist doch die Frage, die es zu beantworten gilt.

  7. Hallo Kroski,

    Vielen Dank für diesen Thread. Jetzt weiß ich endlich wo ich gelandet bin bei Brighstblog Die Natur des Zweifels. http://brightsblog.wordpress.com

    Mit dieser Form des Denkens bin ich groß geworden. Bei meiner Mutter hatte alles keinen Sinn, was ich gerade ihr zu liebe getan habe.

    Diese Form der Argumentation muss einfach ad absurdum geführt werden. Selbst der ärmste Teufel hängt an seinem Leben.

    Ich bin dankbar, wenn zur Befriedung dieser unglücklichen Menschen gebetet wird und wer sich traut mir da real Unterstützung zu leisten, der ist herzlich willkommen.

    Ich bin nur die Schäferhündin des guten Hirten und verbell die schwarzen Schafe. Der Hirte muss schon selber kommen und sie auf der Schulter nach Hause tragen. Dafür bin ich zu schwach.

  8. Hallo Gräfin und Löwin.

    vielleicht verstehst Du jetzt besser, warum ich auf die Nik’s dieser Welt Punkt für Punkt reagiere (Punkt 1-7, du erinnerst Dich), weil ich mir genauso sage:

    „Diese Form der Argumentation muss einfach ad absurdum geführt werden. Selbst der ärmste Teufel hängt an seinem Leben.“

    Ich sehe aber auch die Möglichkeit, die Du meinem Eindruck nach so gut lebst, nämlich zwischen den Zeilen zu lesen und DARAUF zu antworten… das ist wohl mindestens so wichtig wie die „Punkt-für-Punkt“-Antworten.

    Beim folgenden bin ich wiederum bei Dir:

    „Ich bin dankbar, wenn zur Befriedung dieser unglücklichen Menschen gebetet wird und wer sich traut mir da real Unterstützung zu leisten, der ist herzlich willkommen.“

    Das entspricht meinem Anliegen – und wird in Gebeten miteingeschlossen!

  9. Hallo kroski
    mein Großvater war auch in Feldkirch im Internat. Schade als ich mal in Feldkirch war, hätte ich eigentlich nach der Schule suchen können.
    Ich hatte leider andere Verpflichtungen und so habe nur das Industriegebiet gesehen.

    Nik schrieb und antwortete auf Philip

    >>@Philip: Meine Meinung ist, dass das Theodizee-Problem dadurch, dass es einen schönen Namen hat, nichts gewinnt. Aber diese huldvoll-erhöhende Bezeichnung passt zu meiner These, dass es eine zentrale Rolle auf der Metabeziehungskommunikationsebene spielt, und zwar gar keine positive. Durch das von Dir zusammengefasste dazu wird uns nämlich folgendes gelehrt:

    1.) Die Demontage der Vernunft zulassen
    2.) Sich mit der Akzeptanz des Unerklärbaren zufrieden geben
    3.) Die Unterwerfung üben und hochhalten
    4.) Dieses Dubiosheitsdogma und die Selbstaufgabe durch die schmerzhafte Verankerung an Leid und Mitleid unangreifbar machen
    5.) Gleichzeitig irdisches Leid unerklärbar sein zu lassen und so seine Verursacher in heimlicher Zusammenarbeit zu schützen
    6.) Die Grundlagen einer fairen, gleichen und sachorientierten Diskussion aushebeln durch das Postulieren des Gegenteils als etwas besonders Verehrungswürdiges
    7.) Die Monopolisierung menschlicher religiöser Empfindung und ihre Umleitung in die eigene, totalitäre Richtung eines archaischen Theismus<<

    und was er hier formulierte habe ich leider so in meiner Erziehung und später im Kloster und meiner Auseinandersetzung mit etlichen Geistlichen und Frommen Leuten erlebt und es hat mich immer stumm werden und verzweifeln lassen.

    Es hatte alles keinen Sinn. Aber so wurde ich von meiner Mutter erzogen. Es war die Hölle. An der Demontage des Verstandes hat mein Vater aktiv sich beteiligt. Ich bekam Prügel, wenn ich eine Ungerechtigkeit laut anmerkte.
    Erst ab dem Moment, wo ich sagte, ja es hat alles Sinn erschließen sich mir Zusammenhänge, die ich nicht für möglich gehalten habe, jedoch geahnt.

    Es geht darum jedem Menschen die Möglichkeit dieses Ja zu sich selbst und seinem Leben zu vermitteln. Er ist ja Gottes Ebenbild. Solange ich bei dieser Haltung bleibe weicht auch die Gnade Gottes nicht von mir. Ich bete Dein Reich komme. Da Gott alles gut gemacht hat, wie sollte ich armer Wurm da anderer Meinung sein?
    Dem Menschen seine Göttlichkeit zurück zu geben ist mein Auftrag gerade auch diesen so verquirlten Blödsinn schreibenden pseudo Humanisten. Es sind verwirrte und damit ängstliche und hassende Menschen.
    Diesen zu dienen zu ihrer Erlösung heißt in deren Gedankensystem einzusteigen und die Spreu vom Weizen zu trennen und an die Liebe glauben, die alles vermag.
    Geliebt werden möchte jeder immer nur ganz persönlich und ganz besonders auch und gerade mit und wegen seiner Fehler.

  10. „Dem Menschen seine Göttlichkeit zurück zu geben ist mein Auftrag gerade auch diesen so verquirlten Blödsinn schreibenden pseudo Humanisten. Es sind verwirrte und damit ängstliche und hassende Menschen.
    Diesen zu dienen zu ihrer Erlösung heißt in deren Gedankensystem einzusteigen und die Spreu vom Weizen zu trennen und an die Liebe glauben, die alles vermag.“

    Das verstehe und denke dabei an etwas, was mich nach stunden- und vielen+vielen seitenlangen Diskussionen beschäftigt:

    Dass dieses in das Gedankensystem einsteigen und dann womöglich Punkt-für-Punkt zu antworten scheinbar zu nichts führt.

    Weil ich, nachdem ich alle verfügbare Eloquenz eingesetzt habe, lange nichts mehr von diesen Pseudo-Humanisten höre.

    Die Frage ist jetzt die: Können sie, wollen sie christliche Gedanken nicht aufnehmen?

    Oder ziehen sie sich zurück, weil sie merken, dass einer seine christlichen Positionen doch ganz konsequent, vielleicht zu konsequent verteidigt? Können sie dadurch doch ein wenig in ihren Ansichten verunsichert werden, müssen etwas über sich nachdenken?

    Ich denke zunehmend, dass es doch interessanter wäre, so wie Du das machst, mehr zwischen den Zeilen zu lesen und zu fragen…?!

  11. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder.
    Mit Kinderaugen sehen lernen und staunen und dann mit den Möglichkeiten spielen.
    Jede Sache hat mindestens drei Seiten.
    Eine tragische schmerzliche, eine gleichgültige Ruhende und eine auferstandene fröhliche.
    Wandlungsfähigkeit ist gefordert , wie Paulus schreibt allen alles werden.
    Wenn Dir klar wird, dass Du der Mittelpunkt Deines Lebens bist und Du keinen Schnaufer ohne Gott tun kannst, vergehen die unnötigen und selbstbehinderden Zweifel.
    Niemand hat mich im meinem wirklich nicht leichten Leben gefragt oder auch nur zugesprochen: „He was ist los Du bist doch mit Gott eins? Warum bist Du so traurig?“ bis ich den Satz aus Ein Kurs in Wundern:
    „Für jeden der meint die Sünde sei möglich, ist die Welt vor der Liebe sicher.“
    Wir müssen radikal jeden Gedanken an Sünde und Schuld aus unseren Gedanken vertreiben und uns nur fragen, was hindert uns jetzt, das richtige zu sagen oder zu tun. In unserem Inneren werden wir die Antworten finden. Es bedarf aber des Mutes eines Tiefseetauchers.
    Es geht um Gefühle.

  12. Hallo kroski,

    Ich lese mir das oben genannte nicht alles durch. Es ist zuviel für meinen armen Kopf. Papier ist doch geduldig und nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

    Aber auf die vorhergehenden Fragen möchte ich noch eingehen. Ja ich glaube mittlerweile daran, dass die Leute sich zurück ziehen, wenn Ihnen die Argumente ausgehen. Je mehr wir bei dem Glauben bleiben, dass jeder Mensch göttlich und okay ist, desto mehr trennt sich die Spreu vom Weizen.
    Als Christen haben wir doch einen wunderbaren Auftrag: „Unsere Feinde zu lieben“ Von meinem Feind kann ich nicht annehmen, dass er mit fairen Mitteln kämpft. Aber ich kann wissen, dass er sich selber auf diese Weise schadet.
    Diese Form der Selbstschädigung treffe ich allerdings bei Gläubigen wie bei Atheisten.
    Es geht immer wieder um den Unterschied zwischen dem Glauben an das Haben oder dem Glauben an das Sein.
    Mir hat auch die Literatur von C.S. Lewis „Dienstanweisung für einen Unterteufel“ geholfen zu verstehen worum es geht. Oft geht es einfach ums Recht haben. Da ist dann die eigene Lebenskunst gefragt, kann ich zugucken, wie jemand ins eigene Messer rennt.

  13. @Hartmut Slomski: Den Punkt mit dem Schwangerschaftsabbruch kann man auch anders sehen, da es ja um die Frage geht, wann und welche Rechte wir einem ungeborenen Kind gewähren wollen bzw. welche Maßstäbe angelegt werden sollen zu welchem Zweck!

    Ansonsten sind es genau die richtigen Fragen, die Sie stellen. Die Antwort lautet natürlich, dass sich Herr Kroski aufregt, dass nicht alle seine Meinung teilen und dass er andere Meinungen und Lebensentwürfe gerne unterdrücken würde – moralisch, vielleicht auch rechtlich – dies aber aufgrund der Menschenrechte nicht kann.

    Und das ärgert ihn, dass er toben muss wie Rumpelstielzchen.

  14. Ich will gar nichts unterdrücken, wozu auch?

    Wogegen ich mich klar wehre, ist gegen die Art von Darwinismus, der unter dem Deckmantel „Humanismus“ religiöse Bildung und Erziehung verhindern will.

    Zurück zu deinem Vorwurf des Unterdrückenwollens: Genau das wird von den Humanismus-Vertretern ganz offen deklariert. Vielleicht sagst du denen mal deine Meinung…

  15. Ich kenne keinen Humanisten, der religiöse Erziehung und Bildung verhindern will: Humanismus bedeutet doch gerade, sich für die Menschenrechte – also auch Religionsfreiheit – einzusetzen.

    Natürlich können Sie doch von einem Atheisten nicht verlangen, dass er den eigenen Kindern alle möglichen Glaubensformen beibringt: Das tun ja die Christen auch nicht, sondern im Großen und Ganzen nur die eigenen.

    „Bildung und Erziehung“ wird aber etwa von dem von Ihnen so geliebten Prof. Dawkins kritisiert, wo er manipulative und missionarische Formen annimmt. Kleinen Kindern wird ja nicht selten der Erkenntnishorizont der Religion als Wahrheit und Non Plus Ultra hingestellt und es wird nicht selten gerade dieser Erkenntnishorizont mit einer Einordnung von Gut und Böse gekoppelt: D. h. wer die Autorität der Personen oder diesen Erkenntnishorizont angreift, ist böse. (Bei den Katholiken führt auch Agnostizismus zur Exkommunikation…).

    Viele Kinder sind aber erst ab einem gewissen Entwicklungsstand ihres rationalen Geistes in der Lage, diese teils suggestiven Einwirkungen rational zu reflektieren, gerade ab diesem Grund beginnt die Religionsmündigkeit ab 14 Jahren und nicht im Kindergartenalter.

    Insofern ist es gerade nicht Bildung, wenn im Grundschulalter Religion statt Religionswissenschaft oder Philosophie unterrichtet wird, sondern genau das Gegenteil davon. Der Unterschied besteht darin, dass bei Religionswissenschaft Information vermittelt wird, während Religionsunterricht selbst auf das manipulative und suggestive Element setzt. Das gehört zwar rechtlich zum Erziehungsrecht der Eltern, ist aber eigentlich unbillig, weil Menschen aufgrund frühkindlicher Suggestion auch häufig später nicht mehr in der Lage sind, sich davon zu befreien. Insoweit kollidiert das Erziehungsrecht der Eltern mit den Rechten des Kindes selbst, die es interfamiliär nicht durchsetzen kann.

    Ich halte das moralisch für ebenso illegitim, wie Kinder auf eine politische Meinung einzuschwören.

    Bei den Fraktionen des Bundestages habe ich mich selbst für die Einführung eines Religionswissenschaftlichen Faches mit philosophischer Grundlage eingesetzt. Es kann ja nicht Aufgabe des Staates sein, Erkenntnis der Religion zu unterrichten, die wissenschaftlich als Non plus Ultra Wahrheit nicht haltbar ist.

    Was da geschieht, wird deutlicher, wenn Sie sich klar machen, dass der Inhalt der Religion keinerlei staatlicher Kontrolle unterliegt und dass alle Religionen gleich zu behandeln sind. D. h. wenn Eltern ihre Kinder zu Satan beten lassen und wollen, dass der Staat Satanismus als Schulfach unterrichtet, dann muss der Staat das auch, wenn ein hinreichender Bedarf vorliegt.

    Sie können sich als Religion ALLES ausdenken und das Ihren Kindern als Wahrheit hinstellen – und dass ist bei manipulativen Komponenten eben nicht mehr legitim.

  16. „Obwohl von den Eltern vermittelte sittliche Grundsätze von großer Bedeutung sind, dürfen Eltern laut Manifest nicht ihre eigenen religiösen Anschauungen auf ihre Kinder übertragen.“

    So steht es im Humanismus-Manifest-III, das von hochrangigen Wissenschaftlern einschliesslich Dawkins unterschrieben wurde.

    Es ist sicher nicht das Problem, Satansriten auf Kinder zu übertragen (wo in Europa sind solche staatlich anerkannt?), sondern es geht um alle staatlich anerkannten Religionen ( wie christlich + islamisch + jüdisch + buddhistisch): Hier sind elterliche Erziehungsbeschränkungen ein nicht nachvollziehbarer Eingriff in die Privat- und Menschenrechte.

    Nun zum Thema (staatliche) Schulen: Hier kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der Religionsunterreicht zum Wahlpflichtfach wird, d.h. der Schüler entscheidet frei zwischen Religions- und Ethikunterricht !!

    Damit sind Erziehungsrechte einerseits und Bildungsrechte andererseits bestens gewahrt.

  17. Die Wahl zwischen Christlicher Religion und allgemeinem Ersatzunterricht (Ethik, Werte und Normen u. s. w.) ist in den meisten Ländern ja Usus. Das ist auch ganz sinnvoll, dass der Staat seine Hand auf dem Religionsunterricht hat und das nicht rein zur Privatsache werden lässt.

    Andererseits wäre es durchaus sinnvoll, wenn Schüler sehen könnten, was für Religionen und Weltanschauungen es sonst noch gibt und wie diese zu verstehen sind. Das gehört zur Allgemeinbildung dazu, in Niedersachsen gehört das sogar zum Teil mit zum Lehrplan.

    Und Philosophie sollte ohnehin in allen Ländern auf den Lehrplan, das Fehlen ist gerade für Deutschland eine Bankrotterklärung: Und das kann Religionsunterricht nicht ansatzweise leisten.

    In anderen Bundesländern ist das anders, in Bayern scheint im Religionsunterricht sogar gebetet zu werden – und das hat sogar das ach so christliche Bundesverfassungsgericht ausgesprochen, dass das Durchführen kultischer Handlungen mit Unterricht nichts zu tun hat.

    Das Argument, dass Religion Ethikunterricht ersetzen soll, sehe ich nicht ganz. Verständlich ist, dass christliche Eltern ungern sehen, wenn ihren Kindern eine christentumsfeindliche Ethik beigebracht wird. Allerdings muss man doch selbst als Christ einräumen, dass eine an der Bibel ausgerichtete Ethik mangelhaft ausfallen muss – es sind ja ebenso wie im Koran zahlreiche Mordaufrufe für jedes Pille-Palle vergehen enthalten.

    Selbst wenn man das ausblendet, muss eine rein auf dem Christentum basierende Ethik defizitär bleiben.
    Insofern sehe ich nicht ganz, wie Religion einen Ethikunterricht komplett ersetzen will. Insbesondere die Werte des Grundgesetzes können auf dem Wege schwerlich transportiert werden.

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