serie kleine werkstätte: Kein Werk ohne Gnade

Paulus

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und laßt euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!“(Gal 5,1) Dieser leidenschaftliche Appell des Apostels Paulus zur Wahrung der christlichen Freiheit schliesst den Hauptteil des Galaterbriefes ab.

Wer der Tora dem Buchstaben nach folgt, muß das ganze Gesetz halten und erwartet von ihm die Gerechtigkeit. Damit hat er sich von Christus abgewandt und fällt aus der Gnade…

„Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens. Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, jedes Toragesetz zu halten, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“(5,5f.)

Aus der Freiheit erwächst die Gnade. Paulus lässt uns in seiner kraftvollen Sprache wissen:

Die Sünde soll nicht über euch herrschen; denn ihr steht nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. (Röm 6,14)

Augustinus meinte aufbauend auf Paulus, dass wir Menschen durch den Sündenfall so geschwächt seien, dass niemand so gerecht sein könne, den Massstäben Gottes zu genügen. Aber die, die ihren Glauben in Christus gesetzt haben, empfangen Gnade, die ihre Seele heilt, und sie mit solcher Gerechtigkeit zur Liebe erfüllt, dass sie fähig werden, Gottes Gesetz zu halten. Das wurde die offizielle Lehre der römisch-katholischen Kirche.

Die Bibelwissenschaftler Dunn und Wright definieren „Gerechtigkeit“ neu. Seit Augustinus hatten Christen darunter ein Leben in moralischer Perfektion verstanden. Für Juden wie Paulus meinte der Begriff demnach die Erfüllung der mit einer Beziehung verbundenen Verpflichtungen.

Für Dunn geht es beim biblischen Verständnis der Gerechtigkeit um eine reale Beziehung zwischen Gott und den Gläubigen. Gottes Gerechtigkeit ist in den Psalmen nicht Ausdruck von Furcht, sondern Anlass zur Freude: Gerecht sind diejenigen die in der Beziehung zu Gott leben; Rechtfertigung ist die Gott gewährte Gnade gegenüber den Sündern, wodurch die Treulosen wieder zum Bund zurückgeholt werden.

Für Wright geht es bei der Frage der Gerechtigkeit mehr um eine Stellungnahme Gottes, wer in der Beziehung zu Gott lebt. Paulus Ablehnung der Rechtfertigung durch Werke meint dann, dass nicht Beschneidung etc., sondern der Glaube an Christus das unterscheidende Merkmal ist, wer der Gemeinschaft des Bundes mit Gott angehört.

Bei allen unterschiedlichen Interpretationen scheint entscheidend zu sein, dass Paulus bei seinem Kampf gegen die Rechtfertigung durch Werke bestimmte Toragesetze meinte, nicht aber von einer guten Lebensführung absehen wollte: Die das nicht tun, „werden das Reich Gottes nicht erben.“ (Gal 5,21)

Abschliessend ein Gebet an den Herrn, mit der Bitte um seine Gnade:

Du bist der Schöpfer, Herr.
Du bist die Wahrheit, Herr.
Du bist die Gnade, Herr.

Herr, Dein Heiliger Geist sei bei mir, bei meiner Familie, bei unseren Freunden und Bekannten.

Bitte bewahre mich vor den wiederkehrenden Gedanken, ich könne aus eigener Kraft Werke tun für Dich und für andere.
Du bist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit: Ohne Dich bewirke ich nichts.

Herr, Dein Heiliger Geist sei bei mir, bei meiner Familie, bei unseren Freunden und Bekannten.

Bitte bewahre mich vor den wiederkehrenden Gedanken, jetzt hätte ich aus eigener Kraft Gutes vollbracht.
Du bist die Liebe und die Gnade in Ewigkeit: Ohne Dich gäbe es auch diese Zeilen nicht.

Herr, lehre mich: Du bist alles und ich bin nichts.
Amen.

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 9. Mai, 2008, in Römisch-Katholische Kirche. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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