Rubrik überschätzte Wissenschaft #1: Bakterien 1600m unter dem Meeresboden.

Selbst in einer Tiefe von 1600 Metern unter dem Meeresboden gibt es Leben…

…in großer Vielfalt. Dort existieren Bakterien unter schier unwirtlichen Bedingungen bei Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius in Millionen Jahre alten Sedimenten. Sie stecken damit tiefer im Meeresboden als jede andere zuvor entdeckte Population, berichten französische Wissenschafter im US-Journal Science (Bd. 320, S. 1046) nach der Analyse von Bohrkernen aus dem Nordatlantik.

Wieviel wissen wir wirklich über die Tiefen des Meeres, geschweige denn über den Meeresboden? Meeresbiologen sprechen davon, dass bestenfalls 10% der Meeresvolumina erforscht sind… und nun gibt es also mehr als 1000 m unter dem Meeresboden auch noch so was wie Leben… da haben wir doch nette Beispiele für überlebte Vorstellungen von der Vielfalt und Reichweite des Lebens.

Genug der trockenen Worte, hier ein paar locker gestreute Fragen:

Welchen Stellenwert müssen wir eigentlich dem Nichtwissen der Wissenschaft einräumen? Weiter gefragt, wie ernst dürfen wir eine scientific community nehmen, die uns jedenfalls in der Evolutionsbiologie vorgaukelt, so gut wie alles erforscht zu haben?

Und noch weiter gefragt: Müssen wir diese naturwissenschaftlichen Meinungsmacher nicht in die Schranken weisen, bevor sie trotz ihres löchrigen Wissens der Gesellschaft immer weiter erklären, wie diese nicht etwa technologisch sondern ethisch zu leben hat?

Wie gesagt: Kreativen Antworten winkt eine offizielle Eintragung in der Hall of Fame von .bewegendes.

PS: Ein Buchtipp, der natürlich längst keiner mehr ist: DER SCHWARM, von Frank Schätzing.

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 24. Mai, 2008 in Aktuelles, Atheismus, Ethik, Gesellschaft, Verschiedenes, Wissenschaft und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 14 Kommentare.

  1. Wie ernst die Fragestellung gemeint ist, wird nicht ganz klar…, aber:

    1.Ernstzunehemen ist die s.c. natürlich, das wird dir und den meisten anderen klar sein, allein weil sie unser (westliches) Leben bis hin zum elektrischen Nasenhaarschneider definiert haben.

    2.Entgegensetzen können wir den ‚Großmäulern‘ der s.c., daß sie sich gefälligst auf ihre ureigensten Bereiche beschränken. Das ist sogar notwendig, damit die Ethikdebatten nicht von Biologen & co dominiert werden, das ist meine Überzeugung!

  2. Was gibts da hinzuzufügen?
    Bestenfalls, dass die europäischen Kirchenvertreter sich klarer und noch überzeugender zu Wort melden sollten, wenn Biologen etc. sich in Ethikdebatten zu sehr aus dem Fenster lehnen…

  3. Nasenhaarschneider braucht kein Mensch, und was warn nochmal die Dinge, die man unbedingt auf die Insel mitnimmt: Traumfrau (nix Wissenschaft), Lieblingsbuch (nix wirklich Wissenschaft) und 2 Vierhufer (Männlein+Weiblein; garnix Wissenschaft).

    O.k., nach ein paar Kinderlein spätestens wird Ethik relevant, und da es keine Wissenschaftler auf meiner Insel gibt, wird die Inselethik ohne scientific community gestrickt werden.
    Gruß, S.

  4. Sind die Kindlein der 4Hufer gemeint ;-) ?!
    OK, ich denke wir verstehen uns, und da ich Erziehungsberechtigter (eines menschlichen Wesens von 12 Jahren) bin, steh ich sehr auf Ethik, die von einer s.c. mitverantwortet wird, die beim Terminus „Geist“ keine Hautausschläge bekommt…

  5. Wie du, Kroski, aus dieser Enteckung ableiten möchtest das die Wissenschaften meinen alles entdeckt und erforscht zu haben was uns auf diesem Planeten erwartet, ist mir komplett schleierhaft.

    Allein auf die Biologie beschränkt wirst du keinen ernstzunehmenden Wissenschaftler finden der denkt, alle Arten seien entdeckt.
    1,8Millionen Arten sind beschrieben, vorsichtigste Schätzugnen gehen von insgesamt 3Millionen rezenten Arten aus, waghalsige kommen auf 100Millionen.

    Das einzige was dir irgendwas vorgaugkelt ist deine anscheinend überaktive Phantasie.

    Deine zweite Frage entbehrt jeglichen Zusammenhang zum Artikel.

  6. @folgsam
    Ganz richtig, diese Entdeckung ist bestenfalls ein Anstoss darüber nachzudenken, wieviel wir wirklich von unserem Planeten wissen.

    Wer meinen blog etwas kennt, weiss um meine zuweilen etwas exzessive Beschäftigung mit der Evolutionsbiologie insbesondere des Richard Dawkins. Angelsächsische Evolutionsbiologen haben gegenwärtig etwas an sich, was ich als äusserst unangenehm empfinde: Sie stellen in den Raum mit Darwin die GESAMTE Evolution erklären zu können, und sagen gleichzeitig, dass sie allerdings noch auf Kollegen aus der Physik warten müssen, um dann wirklich die Entwicklung des Lebens eingebettet in die Physik des Universums (oder der vielen Universen, wer weiss) belegen zu können…

    Die Krönung der Geschichte ist dabei, dass ein besonders unredliches Verschleierungsmanöver angewandt wird: Da die Sache mit der Biologie und der Physik weiterhin zu einem guten Teil in der Luft hängt, beschäftigen wir uns vordergründig mit der Gottesfrage (!) und erklären, dass mit natürlicher Selektion und aufgrund des anthropischen Prinzips evident würde, dass es keinen Gott für die so beschriebene Evolution brauche. Die Existenz Gottes wird als weder notwendig noch wahrscheinlich genug definiert, und schwupsdiwups kommt ein ganzer fieser Rückschluss: Wenn Gott weg vom Fenster ist, muss dann die Darwin’sche Evolution nicht zwangsläufig richtig sein?!

    Für jeden einigermassen wachen Verstand ergibt sich das Bild einer grossen Perfidie: Die Summe aus einer 2/3 Erklärung der Evolution und einem 2/3 Wegargumentieren Gottes soll in Summe eine Rechtfertigung der naturalistischen Evolutionstheorie ergeben…

    Das nenne ich falsch und hochnäsig. So will man uns weismachen, dass man die Welterklärung in der Tasche hat, dass man im Prinzip ALLES weiss.

    An dieser Stelle gebe ich dir besonders nachdrücklich Recht, dass erst ein Bruchteil der Arten erforscht ist. So mal kurz über den Daumen füge ich hinzu, dass die Ozeane etwa 2/3 unseres Planeten bedecken, von diesen Ozeanen maximal 10% des Volumens erforscht sind, so gesehen nur ein eher verschwindend kleiner Teil des Planeten erforscht ist…

    …und so vermisse ich die DEMUT des Wissenschaftlers, die unglaubliche Fülle des Unerforschten und der damit verbundenen Möglichkeiten [ zum Beispiel der Falsifikation ;-) ] zu würdigen… Wenn das die subventions- und/oder privatwirtschaftsabhängige Forschung nicht vermag, dann doch wenigstens ein verantwortungsbewusster Wissenschaftsjournalismus!

  7. mich würde interessieren, inwiefern bakterien am meeresboden (adaptiert an dortige lebensbedingungen) im gegensatz zur evolutionsthese stehen würden? es mag vielleicht eine erstaunliche entdeckung gewesen sein, nichtsdestotrotz ist es heute einhellige wissenschaftliche meinung, dass nur ein bruchteil der lebewesen auf dieser erde entdeckt geschweige denn klassifiziert sind. dies fusst aber auf der mannigfaltigkeit und hat nichts mit dem prinzip der entwicklung per se zu tun.
    also der „aufhänger“ ist imho komplett daneben.

    wer will hier jemanden etwas aufzwingen? welcher wissenschaftler zwingt jemandem anderen etwas zu glauben? wissenschaftler stellen thesen auf. auf denen kann man weiter aufbauen…gezwungen ist man aber zu nichts. diese these der evolution der lebewesen hat sich bis dato! als äusserst brauchbar erwiesen, sämtliche gegenthese als komplett unbrauchbar. oder versuchen sie mal mit der schöpfungstheorie MRSA zu erklären……sie werden eben kläglich scheitern.

    unwiedersprochen es wird noch jahrtausende neues zu entdecken geben es wird auch vieles revidiert werden. nur wieso soll sich bei aller fülle hier unbedingt ein gottesbeweis einschleichen müssen? eine these aus grauerste vorzeit die bis dato noch keiner einzigen falsifikation standgehalten hat.

    vielleicht sollte sie zuallerst mal die standards die sie gerne in der wissenschaft angewandt sehen würden an ihren eigenen thesen ausprobieren………..

    anders gesagt ich nehm lieber ein glas mit 2/3 wasser als ein leeres glas was vielleicht irgendwann mal komplett voll sein könnte.

  8. @Oxfee1dead
    Ach du gehörst zu den weisen Köpfen, die für ihre Lebensentscheidungen Mehrheiten oder mindestens 2/3 volle Gläser brauchen?

    Ich bin ein entschiedener Vertreter einer Generation, die Verantwortung für sich selbst und ihre Familien übernimmt, auch wenn keine „wissenschaftliche Mehrheit“ dafür spricht. Und ganz sauer werde ich, wenn man mir unter dem Deckmantel der Wissenschaft ein gar nicht volles Glas als bis zum Rand gefüllt verkaufen will.

    Besser gesagt werde ich sehr misstrauisch, und wie ich mehrfach gezeigt habe, völlig zu Recht. Aber der Reihe nach.

    Die Bakterien stehen imho gar nicht im Gegensatz zur Evolutionstheorie. Mir geht es um zweierlei: Erstens wissen die Herren Biologen weit weniger als sie vorgeben. Zweitens verknüpfen sie ihre halbbewiesenen Thesen mit ganz konkreten Gesellschaftsbildern.

    Wer sich im weiteren nur ein wenig für das Menschenbild (es nennt sich Humanistisches Manifest III) interessiert, das von Biologen des Schlages Dawkins unterfertigt wird, vielleicht geht diesem denkenden Subjekt dann ein Lichtlein auf. Ich habe dazu genug in meinem blog geschrieben (kurzversion und langversion), und daraus ergibt sich in aller Deutlichkeit:

    1. Weil es für geistige Phänomene (im naturalistischen Humanismus) per definitionem kein Platz ist, werden real people mit religiösem Bekenntnis zu Menschen 2. Klasse.

    2. Aus 1. folgt weiter und es wird auch ganz konkret formuliert, dass Eltern ihre Kinder nicht christlich (jüdisch, muslimisch etc etc) erziehen dürfen.

    3. Weil Selbstbestimmung und Glück die alles dominierenden Werte darstellen, ist zum Beispiel aktive Sterbehilfe ohne wenn und aber zu befürworten.

    Zwischensatz: Dieses Weltbild ist für mich lebens-, menschen- und kulturverachtend, läuft aber unter der Flagge besonders freiheitlich und weltoffen.

    Spätestens jetzt ist auch klar, warum der Biologe Dawkins sich nicht nur ausführlich mit der Gottesthese beschäftigt, sondern z.B. den Gott des Christentums in den Dreck ziehen muss:

    Eine bestenfalls „2/3-belegende-Evolutionstheorie“ wird gekoppelt mit einem Unwahrscheinlichkeitstheorem für jeglichen „intelligenten Plan“, damit der genannte Humanismus möglichst nachdrücklich vertreten werden kann.

    Das ist nicht nur gar nicht überzeugend, es ist geist- und schamlos.

  9. natürlich auch du brauchst das jeden tag. wenn du eine bratpfanne aus dem ofen nimmst machst du nichts anderes. du kalkulierst das risiko dich zu verbrennen und stellst es zum benefit der warmen mahlzeit in beziehung. das beispiel lässt sich endlos erweitern.

    ist es nicht der glaube der volle gläser verkauft und die wissenschaft die mit halbvollen operiert und dann deswegen kritisiert wird? die wissenschaft ansich stellt keinen absoluten anspruch (wiewohl es manche „wissenschaftler“ gibt die das gerne machen aber sich somit selbst aus dem kreis ausschliessen). Nur kritisiere ich auch nicht gläubige weil sich radikale des glaubens bedienen.

    die „herrn biologen“ wer auch immer die sein mögen, stellen und stellten immer klar dass nur ein bruchteil der vorhandenen lebensformen, arten und klassen bekannt sind.

    falsch! es gibt menschen die bauen ihre gesellschaft auf religiösen thesen auf, die nichteinmal ansatzweise bewiesen sind. es gibt menschen die bauen ihre gesellschaft auf naturwissenschaftlichen thesen auf die sie andauernd falsifizieren. jeder wie er will.
    interessant find ich aber wenn man die thesen der wissenschaft ob ihrer unvollkommenheit kritisiert aber selbst auf absolut unbewiesene dogmen setzt.

    1.)wieso? wer degradiert hier wen? klar in der wissenschaftlichen welt ist für metaphysik wie z.b. der christliche glaube postuliert kein platz. ist ja nicht weiter schlimm oder? in der kirche und der bibel ist auch ganz einfach kein platz für die naturwissenschaft und die evolution…….sie passen dort einfach nicht hin. Woran man sich hält entscheidet jeder für sich und es ist auch absolut möglich den spagat zu schaffen und überall platz zu finden, wie viele bekannte und erfolgreiche naturwissenschaftler schon vorlebten.

    2.) achtung! natürlich darf das jeder auch ich bin röm.kath. erzogen. worum es geht ist dass kinder nicht eigentum der eltern sind ergo man ihnen nicht aus eigener überzeugung information vorenthalten darf. diese versuche die es gibt ist ein klarer missbrauch des kindes als sendebote. also ja zu religionsunterricht als integraler bestandteil unserer gesellschaft und ein klares ja zu naturwissenschaftlichen unterricht.

    3.)ja wieso denn nicht? wenn es meine entscheidung ist. Woher nehmen sie sich das recht sich in die belange anderer einzumischen? Ich stelle nicht ihre normen in frage oder? wenn sie gemäss ihres weltbilds leidend langsam sterben wollen ist das ihre entscheidung und ich würde mir nie das recht heraussnehmen sie dafür zu kritisieren und/oder sie zu aktiver sterbehilfe zu „zwingen“.

    Interessant ist auch, sie beschimpfen und verunglimpfen hier die naturwissenschaft und ihre vertreter. („herr biologen“, subjekt, lebens-, menschen- und kulturverachtend), bei ihren überzeugungen werden sie aber ganz schnell ganz dünnhäutig.

    interessant wäre mal zu wissen was das 1/3 wäre das angeblich fehlt. die andere frage ist wieso ich einen “intelligenten Plan” als gegeben annehmen soll der genau durch 0,0 belegbar ist?

    jedem seine überzeugung, aber ihren letzten satz könnten sie 1:1 auf sich selbst auch projezieren.

  10. „interessant find ich aber wenn man die thesen der wissenschaft ob ihrer unvollkommenheit kritisiert aber selbst auf absolut unbewiesene dogmen setzt.“

    Finde ich auch interessant. Ich glaube an Tradierungen, nicht an Dogmen.

    „in der kirche und der bibel ist auch ganz einfach kein platz für die naturwissenschaft und die evolution…….sie passen dort einfach nicht hin.“

    Da suchst du dir einen anderen Gegner. Ich vertrete in meinen Artikeln die Position, dass es durchaus denkbar ist, dass die Evolution im Sinne Darwins selbstorganisierend ist. Allerdings ist damit gar nichts, aber auch absolut gar nichts darüber ausgesagt, ob Gott der Initiator des Lebens war oder nicht. Nach meiner Überzeugung [Überraschung ;-) ] sage ich: oh yeah, man, it was him, I strongly believe it, and I love God, the Holy Spirit and his son Jesus Christ!

    Du kannst der Bibel offensichtlich nichts abgewinnen. Hier ein kleiner Einschub:

    Hast du schon mal die Deutschen Heldensagen (oder das Gilgameschepos etc.) mit denselben Kriterien zerlegt wie die Bibel? Why not? Weil zweitere überzeugender ist als die DH? Oder nicht einfach deshalb, weill die Bibel oder besser gesagt dieser der Bibel zugrundeliegende Glaube zur 2000jährigen Erfolgsgeschichte geworden ist? Eigentlich merkwürdig, denn die DH stehen auch in einer ganz bestimmten Zeit, die mit unserem heutigen Leben natürlich nicht 1:1 zur Deckung gebracht werden kann. Und jetzt kommm bloss nicht mit dem Fehlargument, die Bibel sei von Gott „diktiert“ worden. Nein, die Bücher der Bibel beruhen auf Gotteserlebnissen, die von Menschen (yeah, real people) in Rückblenden festgehalten wurden, durch Übersetzungen nicht immer zum Vorteil verändert wurden, sodass wir Erzählungen aus 2. und 3. Hand vorliegen haben. Dass nun diese Erzählungen SO überzeugend sind, dass auch R.Dawkins feststellt, sie (konkret die Bergpredigt) seien ihrer Zeit weit voraus, das macht ganz genau den ungebrochenen Erfolg aus.

    Das einzige, was von der einfältigen (weil naturalistisch orientierten) Brights-Seite angestrebt werden kann, ist ein maximal zeitweiliges Ausschalten der Kirche oder gar aller Kirchen. Damit leben „Geistmenschen“ locker, weil sie mit dem nebensächlichen „Materieverlust“ (Vatikan von Brights-Kampfhubschrauber vernichtet?!) aber locker klar kommen. Unkraut [=Glaube ;-) ] vergeht nicht und niemals.

    Diese Hochnäsigkeit erlaube ich mir heute und hier: Nichts und auch gar nichts auf diesem Planeten wird diesen Glauben aus der Welt schaffen können: Die Prinzipien Liebe, Glaube und Gnade stehen ausserhalb der Zeit, und damit ausserhalb der Wissenschaft. Was ist denn Wissenschaft schon: Sie bewirkt dass ich mich leider nicht mit weiterführenden Argumentationen befassen kann, sondern wieder zuviele Minuten vor der Blechkiste+Monitor verbringe. Und mich über eine angeblich fortschrittliche Welt ärgere: Wieso hat sich die Wissenschaft nicht ins Zeug gelegt, praktische Probleme wie die europäische Öl- und Gasabhängigkeit vorbeugend zu behandeln? Weil das von der Politiik abhängig ist? Aha, aber worauf stützt sich denn die Politik wenn nicht auf die Naturwissenschaft? Also ist die Naturwissenschaft nicht überzeugend genug. Ach so, die Kirchen und der Vatikan sind Schuld. Die predigen ja Verzicht und Integration, und das hat alle Probleme verursacht. Oh oh, die Kirchen versuchen auch den Dialog mit den Naturwissenschaften („intelligenter Plan“ und so), dass ist ja komplett böse. Und natürlich ist es nicht die weltoffene naturalistische Wissenschaft, die die jegliches Geist-Denken (nennen wir’s Transzendenz) bekämpft und in den Dreck zieht (erspar mir, alle Passagen des Dawkins-Pamphlets „Der Gotteswahn“ zu zitieren, aber auf Wunsch tue ich’s gerne).

    „2.) achtung! natürlich darf das jeder auch ich bin röm.kath. erzogen.“

    Du magst so erzogen worden sein, künftig soll es ganz anders laufen!! Liess es im Humanistischen Manifest nach. Ich habe es wiederholt zitiert, und zwar richtig zitiert.

    „dass kinder nicht eigentum der eltern sind ergo man ihnen nicht aus eigener überzeugung information vorenthalten darf. diese versuche die es gibt ist ein klarer missbrauch des kindes als sendebote.“

    Sprichst du vom Heranziehen muslimischer Selbstmordattentäter? Dann sind wir einer Meinung, dass es sich um grausam fehlgeleitete Sendboten handelt. Du sprichst aber von Erziehung im Sinne der RKK, die du selbst genossen hast. Diese muss aber sehr weltoffen gewesen sein, wenn du heute und hier so argumentierst. Fantastisch! Es ist dein gutes Recht, so zu argumentieren wie du tatsächlich denkst und fühlst.

    „also ja zu religionsunterricht als integraler bestandteil unserer gesellschaft und ein klares ja zu naturwissenschaftlichen unterricht.“

    Sehr löblich. Im Manifest schlägt ein anderer Geist durch. Die wollen ganz klar, dass in der Schule kein Wort über die bblische Schöpfungsgeschichte verloren wird. Finde ich nicht o.k., ist mir aber letztlich egal, weil die Tradierung genauso [und dann noch viel stärker] zu Hause stattfindet [Bumerang ;-) ].

    „3.)ja wieso denn nicht? wenn es meine entscheidung ist. Woher nehmen sie sich das recht sich in die belange anderer einzumischen?“

    Vorsicht, ich mische mich gar nicht ein. Heute kann jeder Sterbewillige (Krankheit vorausgesetzt) in die Schweiz fahren und sein Giftbecherlein gereicht bekommen. Habe ich etwas dagegen gesagt? Andererseits: Warum muss in D und Ö jetzt dieselbe sich zu Unrecht auf die Menschenrechte beziehende Regelung durchgestzt werden? Das sehe ich überhaupt nicht ein, und werde meine Meinung so oft ich will klar äussern. In aller Kürze: Solange ich nicht 1:1 belegen kann, woher das menschliche Leben ursprünglich kommt, kann ich nicht überzeugend argumentieren, dass die Beendigung des Lebens einfach so die Entscheidung jedes einzelnen ist. Und hier mein Freund, findest du nie und nimmer ein schlagendes Argument, warum die Kirche den Beweis des gottgeschenkten Lebens antreten muss. Nein, die Wissenschaft und nur die die Wissenschaft hat die Aufgabe, die reine Selbstorganisation des Lebens nachzuweisen, um dieses naturalistische Selbsttötungsprinzip zu rechtfertigen.

    „die andere frage ist wieso ich einen “intelligenten Plan” als gegeben annehmen soll der genau durch 0,0 belegbar ist?“

    Belegbar? What a joke! Der Plan ist durch viele tausend Jahre kontinuierlich belegt. Nur eben nicht nach naturwissenschaftlichen Kriterien. Das wiederum ist sicher nicht mein Problem. Also viel Spass mit den Aufgaben (Stichwort Gottesthese), die von den Naturwissenschaften dummerweise aufgrund selbstauferlegter Kriterien niemals lösbar ist.

  11. Sie glauben an tradierung? heisst sie glauben ganz einfach das was man vor ihnen glaubte?

    Ich denke wir missverstehen uns hier. Ob es Gott gibt oder nicht ist doch fast irrelevant für die Evolution auch für die Forschung. Interessant ist wer wir sind wie wir entstanden und wie wir uns wahrscheinlich weiterentwickeln. Es ist doch nicht das ultimative Ziel der Wissenschaft Gott zu widerlegen…….da überschätzen viele Gläubige ihre Wichtigkeit. Gott ist eine mögliche These unter sehr vielen…….und wie eben immer wiederholt wird eine sehr sehr unwahrscheinliche und geniesst somit wenig bis keine Priorität…….ausser bei denen die es ob Ihres Glaubens ganz einfach so sehen wollen.

    Ich habe weder gilgamesch, die deutschen Heldensagen „zerlegt“ ich hab es als das genommen was es ist eine Sage. Historische Ereignisse alteriert. Nichts anderes ist die Bibel……… Nun ja es liegt in der Natur von Entwicklungen dass sich schlussendlich irgendein Erfolgssystem unter konkurierenden durchsetzt (wie in der Evolution)…….in unseren Breiten über tausende Jahre war es eben das Christentum.
    Und ich finde viele der Verhaltensregeln die die Bibel tradiert auch heute nicht sehr sinnig und notwendig. Viele die uns heute nicht mehr geläufig sind machen aber in der Zeit ihrer Entstehung sehwohl sinn. Aber das ganze „Wunderzeugs“ rundherum ist in meinen Augen nichts anderes als bei den DH….das Mittel zum Zweck.
    Also die Bibel wunderbarer Codex die Grundlage vieler unserer gesellschaftlichen Normen……aber nicht mehr und nicht weniger. Auch das röm. recht schaffte viele dieser Grundlagen ganz ohne Bibel.

    Nun rein wissenschaftlich :-) betrachtet ist deine Aussage falsch. Es gibt nur den Menschen der soetwas komplexes wie Glauben schaffen kann. Ist der Mensch aus der Welt ist nat. auch der Glaube aus der Welt. Gravitation existiert aber weiter weil sie Komplett unbahängig von der Spezie Mensch ist….im Gegen satz zum Glauben der Menschen bedingt.
    Nun in Zeiten wo Kirche und Glauben Alleinanspruch hatten war die Welt aber keinen Deut besser als heute. Ich erspar mir jetzt das finstere Mittelalter.
    Und nein die Naturwissenschaft hat nicht für jedes Problem eine Patentlösung…….den Anspruch siehst aber auch nur du.

    Achgott zwischen Sein und Anspruch der röm.kath. Erziehung klaffen Welten. So wie zwischen vermitteln von Ethik auf Basis der Kirche und Indoktrination und Missbrauch.
    (wo wie eben wieder beim Selbstmordattentäter und Glaubenskrieg wären).

    Wieso soll man keine biblische Schöpfungsgeschichte lehren….seh ich überhaupt nicht. Wo ich die krise bekomme ist wenn diese als absolute Wahrheit verkauft wird.

    Nein ich will das Recht über mich und mein Leben nicht in der Schweiz sondern hier und jetzt. So und genau hier scheiden sich eben unsere Geister. Sie schaffen es nämlich nicht mir meine Überzeugung zu lassen……aber von der wissenschaft verlangen sie das und reagieren ganz ganz böse (z.b. Manifest) wenn man ihnen Ihre Entfaltung verbieten möchte.

    Ist interessant. Meine These ist älter darum gilt sie solange die andere These nicht zu 100% bewiesen ist ich habe aber keine Bringschuld und muss meine These ja überhaupt nicht untermauern.
    Nochmals Ihre Vehemenz auf den Alleindeutungsanspruch ist ja weit schlimmer als der der Manifestunterzeichner……..einen Balken im Auge aber den Splitter….eh schon wissen.

    Wo wie ist er belegt im Ergebnis? empirisch praktisch theoretisch? Ich resp. die Wissenschaft braucht keinen Gott zu bewiesen weil er in dem System keine Rolle spielt.
    Oder soll ich nun Feuerregen beweisen obwohl ich nie gesehen habe und nicht davon ausgehe dass soetwas existiert…..nein absolut irrelevant.

  12. @Oxfee1dead
    Sorry für meine verspätete Antwort, aber es gibt ja auch ein nicht-bloggendes-Leben… ;-)

    „Sie glauben an tradierung? heisst sie glauben ganz einfach das was man vor ihnen glaubte?“

    Begriff Tradierung: Von Tradierung spricht man, wenn in systematischer Sicht der Traditionsprozess die Grundlage für die Tradition als kulturelles Erbe bildet (Wkipedia).

    Dieser Prozess der Weitergabe aller Erlebnisse und Erkenntnisse der Urchristen an die Nachwelt ist komplex und kann nur als vielfältig (und manchmal scheinbar widersprüchlich) verstanden werden: Ich höre und erlebe, was schon viele vor mir geglaubt haben, und ich habe es für mich für gut befunden. Ein anschauliches Beispiel aus einem anderen kulturell wertvollen Bereich:

    Es gibt in der Musik alte Partituren, die oft auch fehlerhaft weitergegeben wurden; sie werden geprüft und gegebenenfalls verändert (anlog dazu sind neue Übersetzungen der Bibel zu nennen) und anschliessend immer wieder neu interpretiert (in der Theologie mit der Bibelexegese zu vergleichen); ist deshalb die Musik Johann Sebastian Bachs weniger wert?

    „Ich denke wir missverstehen uns hier. Ob es Gott gibt oder nicht ist doch fast irrelevant für die Evolution auch für die Forschung. Interessant ist wer wir sind wie wir entstanden und wie wir uns wahrscheinlich weiterentwickeln. Es ist doch nicht das ultimative Ziel der Wissenschaft Gott zu widerlegen…….da überschätzen viele Gläubige ihre Wichtigkeit.“

    Gläubige, die ihre Wichtigkeit (im Glauben!) überschätzen, sind ohnehin in ihrer Position gefährdet, denn letztlich ist es einzig das Handeln in Liebe, dass den Menschen und damit Gläubige wie Nichtgläubige aus ihrer Begrenzung befreit. Sagen wir kurz und bündig: Wer sich und seine eigenen Positionen zu wichtig nimmt, den dürfen wir getrost aussen vor lassen. So lande ich wieder bei Richard Dawkins, denn dem in den Medien führenden Biologen ist es unbeschreiblich wichtig (!), die Nichtexistenz Gottes zu beweisen: Seine 534 Seiten (der deutschen Ausgabe von „The God Delusion“) haben das sehr eindrucksvoll gezeigt…

    Und nein die Naturwissenschaft hat nicht für jedes Problem eine Patentlösung…….den Anspruch siehst aber auch nur du.

    Überhaupt nicht. Die naturalistischen Humanisten tun das, zu meinem grossen Leidwesen. Der Naturalismus (auf Basis allein der Naturwissenschaften) ist die alles entscheidende Grundlage des geforderten gesellschaftlichen Zusammenlebens, als klar ausformulierter Humanismuskatalog.

    Achgott zwischen Sein und Anspruch der röm.kath. Erziehung klaffen Welten. So wie zwischen vermitteln von Ethik auf Basis der Kirche und Indoktrination und Missbrauch (wo wie eben wieder beim Selbstmordattentäter und Glaubenskrieg wären).

    Ach ja, und dann ziehen wir wieder den üblichen „Kurzschluss“: Kirche mit grossen Fehlern, daher Glaube schlecht? Sehen wir doch einmal seriös den eigentlichen Hintergrund: In dieser verführungsreichen, supergeilen gesellschaftlichen Welt (oversexed but underfucked, Ariadne von Schirach, Tanz um die Lust) ist es eben ausserordentlich schwer, dem besonders hohen Anspruch des Glaubens in der Nachfolge Jesu Christi gerecht zu werden.

    Wieso soll man keine biblische Schöpfungsgeschichte lehren….seh ich überhaupt nicht. Wo ich die krise bekomme ist wenn diese als absolute Wahrheit verkauft wird.

    Als absolute Wahrheit verkaufen? Welcher römisch-katholisch bedeutsame Theologe tut denn das? Selbst wenn du ihn auftreibst, wird ihm oder auch mehreren seiner Kollegen nicht genügend Relevanz zugewiesen werden können. „Gott als Initiator eines intelligenten Plans“ – dies und nichts anderes steht zur Diskussion, die dann nicht sehr weit führt, wenn sie mit rein naturwissenschaftlicher Axiomatik geführt wird. Ich WEISS nicht, sondern ich GLAUBE, umgekehrt kann Herr Dawkins mit Thesen der Gottes-Unwahrscheinlichkeit nichts beweisen, sondern nur behaupten: Ende des Diskurses, und wieder alles offen!

    „Nein ich will das Recht über mich und mein Leben nicht in der Schweiz sondern hier und jetzt. So und genau hier scheiden sich eben unsere Geister. Sie schaffen es nämlich nicht mir meine Überzeugung zu lassen…“

    Das ist doch sehr grober Unfug. Deine Position ist dir eigen und kann doch nur von dir selbst verändert werden (analoges gilt selbstverständlich für meine Überzeugungen). Fröne also deinen Überzeugungen… mich überzeugen sie bis jetzt nicht, aber deshalb lasse ich doch jeden frei denken… ;-)

    „Meine These ist älter darum gilt sie solange die andere These nicht zu 100% bewiesen ist ich habe aber keine Bringschuld und muss meine These ja überhaupt nicht untermauern.“

    Da solltest du doch versuchen, argumentativ aufzurüsten. Daraus, dass eine Position möglicherweise älter ist als eine andere, folgt rein gar nichts – ausser heisser Luft. Da halte ich nochmals fest: Solange naturwissenschaftlich nicht bewiesen ist, woher das menschliche Leben ursprünglich und letztlich kommt, oder alternativ die Gottesthese widerlegt wurde, ist die naturalistisch-humanistische Position, dass die Beendigung des Lebens die Entscheidung jedes einzelnen ist, weder gültig noch glaubwürdig belegt. Mehr dazu hier: Kreuzestod oder doch lieber Suizid?
    oder hier: Gottloser Humanismus

    „Nochmals Ihre Vehemenz auf den Alleindeutungsanspruch ist ja weit schlimmer als der der Manifestunterzeichner… Wo wie ist er belegt im Ergebnis? empirisch praktisch theoretisch? Ich respektive die Wissenschaft braucht keinen Gott zu beweisen weil er in dem System keine Rolle spielt.“

    „Weil er (Gott) in diesem System keine Rolle spielt“: Auf diesen Zirkelschluss müssen wir nicht viel Zeit verwenden: Nur weil Naturwissenschaftler transzendente Phänomene per definitionem (!) ausschliessen, folgt gar nichts, ausser wiederum viel heisse Luft.

    Was bleibt nun?

    1. Die ach so aktiven Naturalisten wissen ganz genau, dass sie die Gottesidee wissenschaftlich nicht beseitigen werden können, und versuchen es trotzdem (!) mit allen (untauglichen) Mitteln.
    2. In der Folge wird der Gesellschaft in epischer Breite ein gottloser Humanismus präsentiert, der zur einen Hälfte ein Sammelsurium althergebrachter ethischer Normen und zur anderen Hälfte ein Konglomerat unbelegter Forderungen nach allesumfassender Selbstbestimmung aneinanderreiht; noch niemand konnte mir ernsthaft erklären woraus die neuen (?) gesellschaftlichen Ziele „Glück“ und „Selbstbestimmung“ gültig abzuleiten wären.
    3. Als Krönung werden mit unerträglichem Getöse die Positionen „Gott ist extrem unwahrscheinlich“ und „Glück und Selbstbestimmung jedes Einzelnen sind die höchsten gesellschaftlichen Ziele“ proklamiert, im weiteren ethische Auseinandersetzungen nicht ernsthaft geführt, aber auf äusserst aggressive Weise religiöse und christliche Werte in den Schmutz gezogen (ich will nicht schon wieder Dawkins zitieren…).

    Da sage ich nur noch: Befreite Welt, icke gratulier‘ dir doch mal recht schön :-) !

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