serie kleine werkstätte: Verkünden mit Überzeugung und der kleine Weg der Thérèse

Einmal innehalten. Nachdenken.
Wie ist Verkünden wahrhaftig in die Tat umzusetzen?

Für Priester ist es eine Berufung, aber darüber hinaus ist jeder Christ aufgerufen…

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…das Geheimnis des Glaubens zu erfüllen:

Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir,
Deine Auferstehung preisen wir,
bis Du kommst in Herrlichkeit.

Gehört nicht eine Portion Überzeugung, aber auch Anmassung, Stolz und Selbstüberhebung dazu, von Dir, Jesus Christus, zu berichten?

Wieviel Selbstherrlichkeit und Anmassung ist vertretbar, um Deine Worte weiterzutragen? Sicher ist weder das eine noch das andere zuträglich.

Wie kann ich aber im Rahmen beispielsweise dieses blogs Deine unglaubliche Geschichte und Lehre glaubhaft verkünden?

Indem ich erlebte und gelesene Beispiele wahrhafter Christen tradiere? Es ist wohl eine der vielen Möglichkeiten. Machen wir es konkret:

In den letzten Wochen hat mich immer wieder „der kleine Weg“ der Thérèse de Lisieux (* 2. Januar 1873 in Alençon, † 30. September 1897 in Lisieux, Frankreich) besonders berührt!

„Klein sein heißt auch, nicht die Tugenden, die man übt, sich selber zuschreiben, nicht sich selber zu irgend etwas fähig halten, sondern anerkennen, dass Gott diesen Schatz in die Hand seines kleinen Kindes legt, damit es ihn benützt, wenn es ihn braucht; aber der Schatz gehört immer Gott.“ (LG 152).

Im Studium der Hl. Schrift und im intensiven Nachdenken entdeckte sie die Mosaiksteine ihres Weges:

Mich selber größer zu machen ist unmöglich! Ich muss mich ertragen wie ich bin.

Es ist gar nicht nötig, durch mein eigenes Bemühen wachsen zu wollen.

Jesus verlangt von mir keine großen Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit.

Ich habe kein anderes Mittel, um Gott meine Liebe zu beweisen, als aus Liebe zu ihm auch die allerkleinsten Dinge zu tun.

Ich lasse mich wegen meiner Fehler nicht entmutigen.

Der „Kleine Weg zu Gott“ ist eine Spiritualität des Alltags. Dieser kleine und gleichzeitig intensive Weg der Thérèse ist auch der Schlüssel zu ihrer Heiligsprechung (1925) und der Aufnahme in die Reihe der drei weiblichen Kirchenlehrerinnen (1997).

Kurz vor ihrem Tod sprach Thérèse de Lisieux noch einmal eindringlich über ihre Sendung:

„Ich will die Menschen lehren, Gott so zu lieben, wie ich ihn liebe und ihnen meinen kleinen Weg geben. Ja, ich will meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun.“

Danke, Kardinal Schönborn, dass Sie der „kleinen Therese“ einen wunderbaren Platz im Wiener Stephansdom gegeben haben!

Herr, schenke mir und allen Menschen die Kraft, gemässigte oder besser: demütige Worte, einen sanftmütigen Weg zu finden, um Deine Botschaft der Liebe und Gnade mit Ruhe und Freude weiterzutragen.

„Après ma mort je ferai tomber une pluie des roses“

Und immer dann, wenn ich wieder einmal zu hoch hinaus will, zu weit oben sitze, dann lass mich an die Worte und den Weg der Thérèse de l’enfant Jesus et de la Sainte Face* denken.
Amen.

*Therese vom Kinde Jesus; später fügte sie ihrem Ordensnamen diesen Beinamen hinzu: und vom Heiligen Antlitz

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 31. Mai, 2008 in Christentum, Glaube, Heilige, Menschen und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Danke Kroski, super Gedanken über Demut. Es „bewegt“ etwas in mir. Etwas in mir sagt kräftig ja und Amen dazu. Was will man mehr?

  2. Das ist doch schön, Don Ralfo!

    Auch in mir hat „etwas kräftig ja und Amen gesagt“ :-) zum einen um den Ton bei grösseren Auseinandersetzungen „angenehm musikalisch“ zu halten…

    …und zum anderen zu dieser „kleinen Frau“ Thérèse, die uns nicht nur berührende Gedanken geschenkt hat, sondern am Ende ihres jungen Lebens durch viel Leid gegangen ist, und doch sprechen konnte:

    „Glaubt nicht, ich empfände große Freude beim Gedanken ans Sterben … Ich weiß gar nicht mehr, was Freude ist … Ich kann nicht an das Glück denken, das mich im Himmel erwartet. Eine einzige Erwartung läßt mein Herz schlagen: die Liebe, die ich empfangen und die ich geben werde. Ich denke an all das Gute, das ich nach meinem Tod tun möchte.“ (Letzte Gespräche, Thérèse de Lisieux)

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