Rubrik überschätzte Wissenschaft #2: Der Erdkern ist hohl, oder flüssig, oder fest?

Weiss es die BBC?

Schmecks, was das Erdinnere angeht. Schön das der  CERN -Teilchenbeschleuniger anläuft, an der Oberfläche der Erde versuchen die Wissenschaftler möglichst viel in den Griff zu bekommen, aber wenn wir gesicherte Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Erdkerns erfahren wollen, lassen uns die Forscher auch anno 2008 hängen.

Der letzte Beweis, dass das Zentrum wirklich hart ist, steht also aus. Nur indirekt…

lässt er sich erbringen, über die Analyse von Erdbebenwellen. Denn während sie vom Epizentrum in Richtung Mitte des Planeten vordringen, ändern sie an der Grenze zwischen flüssigem und festem Eisenkern ihre Beschaffenheit. Am anderen Ende der Erdkugel, wo die Wellen schließlich ankommen, ergibt sich dadurch ein charakteristisches Muster auf den Messzeichnern der Seismologen. Es ist quasi der seismologische Fingerabdruck eines festen Kerns.

Auf der jahrzehntelangen Jagd der Forscher nach diesem Signal haben der Seismologe James Wookey von der Universität im britischen Bristol und die Koautoren der Nature-Veröffentlichung nun einen wichtigen Treffer gelandet: Klar und deutlich sahen sie die ersehnte Signatur in den Daten des japanischen Sensornetzwerkes „Hi-Net“. Für gewöhnlich sind solche Signale extrem schwer messbar, weil sie nach dem Tausende Kilometer langen Weg durch den Erdbauch nur noch einen Bruchteil ihrer Energie besitzen.

So glauben die Forscher, dass sich die Eisenkugel im Zentrum schneller dreht als der Rest der Erde. Ihnen ist aber unklar, warum. Vermutlich hat es damit zu tun, dass das Metall nicht überall gleich beschaffen ist. „Der innere Kern ist eine Welt für sich“, sagt Kenneth Creager, Geowissenschaftler von der University of Washington im amerikanischen Seattle. Möglicherweise sei die mikroskopische Kristallstruktur, in der sich das harte Eisen anordne, nicht überall gleich. „Wir vermuten zum Beispiel, dass sich westliche und östliche Halbkugel unterscheiden“, sagt Creager.

Interessant findet er an Wookeys Messdaten darum vor allem, dass die Bebenwellen aus Mosambik darin gleich zweimal auftauchen: Das erste Signal traf nach einer globalen Reise von 29 und einer halben Minute in Japan ein. Doch nur sieben Sekunden später folgte ein zweites, das offenbar auch durch den inneren Kern gelaufen sein musste. Die Erklärung: Weil dieser Teil der Welle durch ein anders beschaffenes Stück der Metallkugel drang, war er langsamer.

Wie sich das eiserne Zentrum unserer Welt zusammensetzt, ist für den Planeten keineswegs egal. Indem der harte Kern immer weiter wächst, erhitzt er die äußere Kernschale aus flüssigem Eisen. Diese Energie ist letztlich dafür verantwortlich, dass das Metall turbulent umherströmt und schließlich das Erdmagnetfeld hervorruft. Um diesen sogenannten „Dynamo“ zu begreifen, wüssten die Forscher gerne mehr darüber, wie der harte Kern aufgebaut ist.

Joachim Ritter aus Karlsruhe hofft nun, dass die einzelne Messung von Wookey durch viele Beobachtungen von anderen Stellen des Globus ergänzt wird. Leider muss der Boden dafür an einigen Orten erst noch gefährlich wackeln. Aber erst dadurch wird aus dem Bild des Erdkerns eine runde Sache, vielleicht.

Und immer wieder gilt der Satz: Wenn es um die Entstehung des Lebens und den Schöpfer des Universums oder Multiversums geht, dann sind die Wissenschaftler (die naturalistischen!) ganz sicher, dass es diesen Gott nicht gibt…

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ZEIT ONLINE: Erde: Flüssig, hohl, fest…

.kroski: Rubrik überschätzte Wissenschaft #1: Tiefsee…

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Bild: flickr.com, paulieparker, für Blogveröffentlichungen freigegeben

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 15. August, 2008 in Glaube, Menschen, Naturalismus, Wissen, Wissenschaft und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Also gilt für den gläubigen Menschen die Aufgabe durch alle Unsicherheiten hindurch doch immer wieder an eine gütige und wohlmeinende Kraft zu glauben.
    Für die Monotheistischen Religionen gilt nämlich: Du sollst Dir kein Bild machen und das Selbe anbeten.

  2. „… den gläubigen Menschen die Aufgabe durch alle Unsicherheiten hindurch doch immer wieder an eine gütige und wohlmeinende Kraft zu glauben.“

    Ja, genauso sehe ich das.

    Voreingenommenheiten, Überheblichkeiten und falsche Sicherheiten helfen weder dem Gläubigen noch dem Nichtgläubigen…

  3. Und immer wieder gilt der Satz: Wenn es um die Entstehung des Lebens und den Schöpfer des Universums oder Multiversums geht, dann sind die Wissenschaftler (die naturalistischen!) ganz sicher, dass es diesen Gott nicht gibt…
    Bislang ist für jede wissenschaftliche Theorie die Annahme eines Gottes unnötig gewesen. Gläubige bleiben den Beweis für ihre jeweilige Gottheit (deren Existenz zu tausenden behauptet wird) weiterhin schuldig. Also welche Veranlassung sollte man haben, einen solchen miteinzubeziehen? Und vor allem welchen? Jahwe? Zeus? Allah? Fitzliputzli?

  4. Und immer wieder gilt der Satz: Wenn es um die Entstehung des Lebens und den Schöpfer des Universums oder Multiversums geht, dann sind die Wissenschaftler (die naturalistischen!) ganz sicher, dass es diesen Gott nicht gibt…

    Bislang ist für jede wissenschaftliche Theorie die Annahme eines Gottes unnötig gewesen. Gläubige bleiben den Beweis für ihre jeweilige Gottheit (deren Existenz zu tausenden behauptet wird) weiterhin schuldig. Also welche Veranlassung sollte man haben, einen solchen miteinzubeziehen? Und vor allem welchen? Jahwe? Zeus? Allah? Fitzliputzli?

  5. @Po8

    „Bislang ist für jede wissenschaftliche Theorie die Annahme eines Gottes unnötig gewesen.“

    Solange man natürliche Selektion und anthropisches Prinzip als entscheidende Beweisfaktoren für die Entwicklung des Lebens annimmt, kann man argumentieren, es bräuchte keinen Schöpfer.

    Allerdings ist damit nicht viel gesagt, denn die Möglichkeit eines Gottes wird so nicht ausgeschlossen.

    „Gläubige bleiben den Beweis für ihre jeweilige Gottheit (deren Existenz zu tausenden behauptet wird) weiterhin schuldig.“

    Würden Gläubige behaupten, sie wüssten mit Sicherheit um die Existenz ihres Gottes und könnten ihre These naturwissenschaftlich belegen, dann könnten sie aufgefordert werden, diese Behauptung (eben mit den Mitteln der Naturwissenschaft) zu beweisen.

    Ich kenne keinen (ernstzunehmenden) Gläubigen, der behauptet, er könne die Realität Gottes mit den genannten Methoden beweisen.

    Bekannterweise gibt es auch keinen (ernstzunehmenden) Naturalisten, der behauptet, er könne die Nichtexistenz Gottes beweisen.

    Anmerkung: Die Wiederholung intellektueller Unredlichkeiten macht diese nicht besser.

    „Also welche Veranlassung sollte man haben, einen solchen miteinzubeziehen? Und vor allem welchen? Jahwe? Zeus? Allah? Fitzliputzli?“

    Wären wir soweit, dass Naturalisten die Möglichkeit der Existenz eines Schöpfers ernsthaft und glaubwürdig einräumten, könnte es Sinn machen, zwischen den Qualitäten Fitzliputzis und des dreieinigen Christengottes zu unterscheiden, vorausgesetzt, Fitzliputzi hätte überhaupt irgendwelche Qualitäten.

  6. lol @kroski und po8

    „Fitzliputzli“ einfach köstlich. Bei Gott und den Menschen ist eben kein Ding unmöglich.
    In Rom gibt es eine Karikatur in den Katakomben. Also aus der Zeit der ganz frühen Christenverfolgung. Ein Kreuz mit einem gekreuzigten Esel und dem beigefügten Text : „Der … betet seinen Gott an.“ Es gibt ein Bild als Christus dem Narr.
    Nur wer daran glaubt, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat und zwar als Mann und als Frau und wer daran glaubt, das Gott Mensch wurde, der glaubt daran, dass der Mensch daraus eine Würde bezieht.
    Er kann dann auch von seiner eigenen Meinung zurücktreten und einen Fitzliputzli gelten lassen. Ich nehme doch einem Kind seine Puppe nicht weg und sage ihm es ist doch bloß eine Puppe und es hat keine Qualitäten oder?

    Dazu eine schöne Geschichte von Moses, der einem Hirten erklärt, dass Gott reiner Geist sei. Einem reinen Geist brauche er keine Schale mit Milch hinzustellen. Er solle mal beobachten, was mit der Milch passiert. Gesagt getan der Hirte legt sich auf die Lauer und nachts kommt ein Fuchs und schlappert genüsslich die Milch auf. Der Hirte wird traurig. Gott rügt aber Moses und sagt ihm: „Natürlich bin ich reiner Geist, aber es hat mir Freude gemacht, dass mir der Hirte die Milch geopfert hat und so schickte ich den Fuchs und dem machte es Freude die Milch zu schlabbern. Jetzt hast Du den Hirten betrübt und das ist nicht in meinem Sinne.“

    Was anderes ist es mit dem Jungen aus Berlin im katholischen Kindererholungsheim im Schwarzwald. Die Nonne erzählt ganz spannend von einem kleinen braunen Tier mit einem buschigen Schwanz, was von Ast zu Ast hüpft und Nüsse knabbert. Was das wohl für ein Tier sei? Der Junge darauf hin: „Ick würde ja sagen, dat is nen Eichhörnchen, aber wie ick den Laden hier kenne, iss dat dat liebe Jesulein.“

    @kroski,
    merkst Du nicht, dass @po8 nicht glaubt oder nicht glauben kann? Warum kannst Du ihn dann nicht mit etwas Humor (kommt übrigens von Humus=Erde; Humilitas=Demut= mit Mut dienen) begegnen?
    Er äußert ja nur seine Zweifel für einen Ungläubigen doch nur berechtigt, oder? Ich wünsche mir Christen, die sicherer in ihrem Glauben sind und sich nicht von jedem kleinen Windhauch zu intellektuellen Wortgefechten hinreißen lassen. So hast Du nur einen Scheinsieg errungen und die Gelegenheit verpasst, danach zu fragen ob @po8 glücklich und zufrieden ist mit seiner Haltung die Existenz Gottes zu leugnen?
    Ich halte es dagegen für unwissenschaftlich, an der Tatsache vorbeizugehen, dass die meisten Menschen eben an etwas glauben. Dass dieser Glaube zunächst einmal anerkannt und wertgeschätzt werden muss, dann kann er sich auch weiter entwickeln. Oder wird eie Evolution auch geleugnet?

    Wer an einen rachsüchtigen und verdammenden Gott wie meine Eltern und Großeltern glaubt, der liefert jedem Atheisten genug Futter um darüber herzufallen. Dies ist auch kein Gott des Lebens sondern des Todes und damit ein Götze. Zwischen diesen beiden Gottesbildern hat sich der Mensch immer wieder zu entscheiden. Wähle ich den Tod oder wähle ich das Leben.
    Der Feind eines lebendigen Glaubens sind festgefügte und abschätzige Meinungen über die Haltung eines Andersdenkenden. Mich lädt ein Mensch mit Toleranz für meine Meinung zum Gespräch und Meinungsaustausch ein.
    So glaube ich fest daran, dass jeder Mensch göttlich und ok ist. So kann ich fast besser, mittlerweile, mit den bissigen Bemerkungen Ungläubiger umgehen, als mit den vielen kleinen und und großen Abwertungen von so vielen Gläubigen, weil ich immer noch der Meinung bin, dass diese es doch eigentlich besser wissen müssten.

  7. @rotegraefin
    @Po8

    „“Fitzliputzli” einfach köstlich. Bei Gott und den Menschen ist eben kein Ding unmöglich.“

    Du hast es auf den Punkt gebracht. Da brauche ich meine Antwort auf den „Fitzliputzli“ gar nicht mehr losschicken, never change a grinning horse… ;-)

    „merkst Du nicht, dass @po8 nicht glaubt oder nicht glauben kann? Warum kannst Du ihn dann nicht mit etwas Humor (kommt übrigens von Humus=Erde; Humilitas=Demut= mit Mut dienen) begegnen?“

    Ich gebe zu, es reizt mich einfach, das Zuhinterallerletzte an Kommentaren zur Nichtgläubigkeit rauszukitzeln…

    Meine Umgebung zumindest behauptet, dass ich sie oft genug zum lachen bringe, wobei ich Dir ganz recht gebe, dass meine Sätze zu Po8 ziemlich trocken und witzlos klingen;

    (aber) es ist einfach gut, finde ich, wenn nicht immer nur Christen aufgerufen werden, sich zu erklären, sondern auch die Freaks der Richtung „ich Mensch toll und da mach ich mir alles selber“…

    „So hast Du nur einen Scheinsieg errungen und die Gelegenheit verpasst, danach zu fragen ob @po8 glücklich und zufrieden ist mit seiner Haltung die Existenz Gottes zu leugnen?“

    Mit Worten einen Sieg erringen können? Daran glaube ich gewiss nicht. Aber das Worte manchmal so ein klein wenig Zweifel an den eigenen Wahrheiten wecken können, daran glaube ich 100 pro! Oder wollen wir alle Missionare zu Arbeitslosen erklären?

    Jedenfalls, Humilitas ist immer gut, und Missionar bin ich ja keiner ;-) ?!

    „Wer an einen rachsüchtigen und verdammenden Gott wie meine Eltern und Großeltern glaubt, der liefert jedem Atheisten genug Futter um darüber herzufallen. Dies ist auch kein Gott des Lebens sondern des Todes und damit ein Götze. Zwischen diesen beiden Gottesbildern hat sich der Mensch immer wieder zu entscheiden. Wähle ich den Tod oder wähle ich das Leben.“

    Mit grossen Worten wird heute aber nicht gespart ?? Wobei ich wieder – und am besten ohne weiteren Worte – zustimme.

    „So kann ich fast besser, mittlerweile, mit den bissigen Bemerkungen Ungläubiger umgehen, als mit den vielen kleinen und und großen Abwertungen von so vielen Gläubigen, weil ich immer noch der Meinung bin, dass diese es doch eigentlich besser wissen müssten.“

    Jetzt hab ich mich glatt vom Humorlosen (wetten, irgendwann kommt auch rotegraefin ein kleines Lächeln über die Lippen) zum Jasager entwickelt?! Ernst beiseite, ich geb’s zu, die Abwertungen und Besserwissereien sogenannter Gläubiger sind oft ziemlich daneben!

    Danke für Deine „zwinkernden“ Kommentare, und keep me posted wenn das Weihwasser zu dickflüssig wird!

  8. @kroski
    @po8
    Weil mir im Moment die Worte ausgehen ein Zitat, mit dem ich lange spazieren gegangen bin:
    „Der religiöse Wert eines Menschen, die Reichweite seines Einflusses hängen von dem Grad der Wirklichkeit ab, der ihm von Gott bestimmt ist; nicht von dem Grad theoretischer oder gar gefühlsmäßiger Vervollkommnung, sondern ich wiederhole, von dem Grad der Realität. Wenn man Gott in seinem Leben von der Ebene des Denkbaren (oder Unwirklichen) in die Ebene des Wirklichen herüber genommen hat, dann liegt darin für alle, die glauben möchten eine stärkende Kraft und ein Beweis der Wahrheit“
    Teilhard de Chardin

    Ein großer Wissenschaftler

    oh kroski,
    kennst Du nicht von Johannes XXIII., der sagte mal: „Hier stehe ich und ich kann noch ganz anders!“?
    Zuerst fand ich das mit meiner doch stark preußisch orientierten Erziehung eine Verhöhnung von Martin Luther seit einiger Zeit habe ich mir diesen Standpunkt aber wieder zu eigen gemacht. Bitte sprich Deutsch mit mir, das verstehe ich noch gerade in dieser Babylonischen Sprachverwirrung. Danke für die ausführliche Antwort.

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