Rubrik überschätzte Wissenschaft #3: Wie Forscher in Atomforschungslabors forschen

Atomunfall

Greenpeace (S.Vielmo): Atomunfall

Die Belgier machen Schlagzeilen. (Wallonen genauer gesagt, und ich darf einwerfen, dass ein Teil meiner Familie dem wallonischen Teil Brüssels entstammt und auch dort wohnt.)

Nein, ich sollte genauer formulieren: Forscher im wallonischen Belgien machen Furore.


In der Presse (stellvertretend der Beitrag aus DerStandard) heisst es:

Vier Tage nach einem Zwischenfall in dem Atomforschungslabor „Institut des Radioéléments“ (IRE) im belgischen Ort Fleurus, etwa zwanzig Kilometer von Brüssel entfernt, zeigt sich die Bevölkerung besorgt.

Beim Umfüllen eines Tankes wurden am Montag geringe Mengen von Jod über das Abluftsystem des Labors freigesetzt. Doch erst am Donnerstag wurde eine erhöhte Radioaktivität in der Umgebung festgestellt. Und die Proben haben ergeben, dass der Anteil an radioaktiver Strahlung doch weit höher war als zunächst angenommen. Der Ausstoß von radioaktivem Material war zwar sehr gering, doch da er sich über den Zeitraum von einigen Tagen erstreckte, stiegen die Werte stetig an.

„Es besteht dennoch keine Gefahr für die Bevölkerung“, versichert Karina de Beule, Pressesprecherin der belgischen Behörde für Nuklearkontrolle (AFCN) dem Standard. Man lege den Anrainern im Umkreis von fünf Kilometer zwar nahe, in den nächsten Tagen auf frische lokal produzierte Lebensmittel zu verzichten, ein akutes Kontaminationsrisiko bestehe jedoch nicht. Obwohl der radioaktive Ausstoß beendet wurde, bleibt das Institut in Fleurus weiterhin geschlossen, bis es wieder voll funktionsfähig ist und keinerlei Gefahr für die Bevölkerung besteht, so de Beule. Drei weitere Proben wurden mittlerweile entnommen, die AFCN erwartet aber keine erhöhten Werte mehr.

Dennoch bewertet die AFCN die Freisetzung des Jods am Montag als den schlimmsten radioaktiven Zwischenfall in der belgischen Geschichte und bewertete ihn auf der siebenstelligen Richterskala der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) als ernsten Störfall der Stufe drei.

„Bei dem ausgestrahlten Jod handelt es sich um ein sehr kurzlebiges radioaktives Material“, entwarnt Ayan Evrensel, Sprecher der IAEO in Wien. In freier Umgebung könne es höchstens acht Tage gefährlich sein, erklärt Evrensel dem Standard. Am Mittwoch benachrichtigten die belgischen Behörden die IAEO über den Vorfall, obwohl für Kernsicherheit und Strahlenschutz, wie Evrensel betont, grundsätzlich die Mitgliedstaaten zuständig sind. Die Internationale Atomenergiebehörde habe deshalb nicht das Mandat, Informationen zu verlangen, außer es droht eine grenzüberschreitende Gefahr. „Das war hier aber nicht der Fall“, so Evrensel.“

Viel muss ich hier gar nicht anmerken, Stichworte genügen:

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1. Atomforschung und Atomkrafteinsatz sind im Wachsen, ich erwarte eine Zunahme an Störfällen. Soviel zum Thema Forschung und Einsatz derselben, es gilt Forschung über Gesundheit.: Die gesundheits-gefährdenden Risiken für viele Generationen werden ignoriert.

2. In punkto Missmanagement in Krisensituationen kann ich keinen Unterschied erkennen zwischen Forschern und – sagen wir – mittelmäßigen Politikern. Wo bleibt also die vielgepriesene Wirkung der wissenschaftlichen Aufklärung und Verantwortung?

3. In Deutschland wurde vor kurzem der „Schacht Konrad“ als Endlager für leicht und mittelradioaktive Abfälle (nicht wärmeentwickelnd) zugelassen und in Finnland geht gerade das erste Tiefenlager für hochradioktive Abfälle in Betrieb. Den Finnen und Europa wollen wir alles Gute wünschen, aber das kann über eines nicht hinwegtäuschen: Die Endlagerung ist bei weitem nicht gelöst. Wo bleibt also die Verantwortung der Wissenschaft, die Mittel und Einrichtungen einzufordern, um dieses Problem zu lösen, oder auch die Nichtlösbarkeit desselben einzugestehen?

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Bei Reuters heisst es dieser Tage:

Die Atomaufsicht wurde am Montag über den Vorfall informiert und legte die Anlage am Dienstag still. Weil ähnliche Produktionsstätten in den Niederlanden, Frankreich und Kanada derzeit ebenfalls stillliegen, drohen die Produkte nach Angaben der Zeitung «De Standaard» binnen einer Woche knapp zu werden. (reuters/sper/halp)

Und vor wenigen Tagen erst gab es den Unfall im Kernforschungszentrum Seibersdorf bei Wien: Brüssel ist also in keinster Weise kein Einzelfall. Ich schätze Wissenschaft und Forschung, aber überschätzen werde ich sie gewiss nicht.

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 30. August, 2008 in Christentum, Gesellschaft, Naturalismus, Umwelt, Verschiedenes, Wissenschaft und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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