GERMAN ANGST, I’m lovin it!

...liegt wie Mehltau über der Gesellschaft


Feigheit sei „eine Haltung, eine Stimmung, die über dieser Gesellschaft wie ein Mehltau liegt
„, sagt der Soziologe Wolfgang Sofsky.

Dieser Tage wurde in Berlin die Austellung GERMAN ANGST eröffnet. In „Kulturzeit“ wurde berichtet und Sofsky wird zitiert:

„Und diese Haltung beeinflusst viele Bereiche. Das ist nicht nur die Außenpolitik, die Militärpolitik, es betrifft die Sozialpolitik, es betrifft die Wissenschaften, es betrifft die Verwaltung, es ist eine allgemein verbreitete Haltung. Man möchte keine Feinde haben, man möchte keine Gegner haben, man möchte bloß keinen erbitterten Streit haben, denn dann müsste man sich exponieren – und das ist hier nicht besonders beliebt.“

Der Mann ist so richtig in Fahrt gekommen, und er wird noch deutlicher:

Feigheit ist gefährlich für eine Gesellschaft. Feigheit kann grausam sein, denn in der Masse der Johlenden finden viele Feiglinge zusammen. Immer die anderen sind schuld. Aber so denken viele, die feige sind. Denn wer will sich schon ändern, vor allem, wenn die Zukunft ungewiss ist? Dann funktioniert Feigheit wie ein Bremsklotz. „Sie manövriert die Gesellschaft in Untätigkeit“, ist Wolfgang Sofsky überzeugt, „in Passivität, in Lethargie. Und sie bringt die Individuen dazu, dass sie nicht bereit oder unfähig sind, ihr eigenes Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Sie ruiniert auch das soziale Vertrauen. Denn auf Feiglinge kann man sich nicht verlassen.“

Der Blick des Feiglings geht nach innen, nicht nach außen, in die Welt, wo die Probleme lauern. Der aufrechte Gang aber braucht den geraden, couragierten Blick – und manchmal auch den Sprung ins kalte Wasser.“

Brrr, gleich ins kalte Wasser! Aber das ist manchesmal unvermeidlich. Für die (längeren) Zeiten dazwischen wäre es schon hilfreich, den aufrechten Gang mit Freundlichkeit und Lächeln (mediterranes Vorbild, you know it!) zu komplettieren. Toppen könnten wir das ganze noch mit Liebe für uns und unsere Nächsten, die gibt uns einen langmütigen (mutigen) und weiten Blick…

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Zum Austellungstitel und -thema:

„German Angst“ ist eine angelsächsische Wortschöpfung. Die Deutschen, heißt es, hätten einen Hang zur Schwarzmalerei, sie seien Zögerer, Zweifler, Bausparer, gehen lieber „auf Nummer sicher“. Worin gründet diese „Angst“, was hält sie in der Schwebe? Eine Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein zeigt assoziativ Positionen der letzten 40 Jahre. Diese drehen sich jedoch weitgehend um zwei große Achsen: „Nationalsozialismus“ und „Wirtschaft“.

Der Kurator der Ausstellung, Marius Babias, spricht zum Thema: „Während die äußeren Grenzen mehr und mehr fallen und die europäischen Länder sich allmählich zu den Vereinigten Staaten von Europa konstituieren, wachsen im Westen immer mehr die inneren Grenzen. Die Wohlstandsstaaten schotten sich ab und verteidigen zunehmend ihren Reichtum, den sie nicht mit dem „armen Osten“ teilen wollen. Integration wird ausschließlich ökonomisch verstanden und nicht kulturell. Ein ähnliches Gefälle kennzeichnet das Verhältnis Westdeutschlands zu Ostdeutschland: Während die neuen Territorien ökonomisch weitgehend integriert sind, herrscht in kulturellen Fragen weiterhin Segregation vor. Man sieht das aktuell an der Diskussion, wie mit der Linkspartei umgegangen werden soll. Hans Haacke verweist mit seiner Arbeit „Silberblick“, die die Währungsunion thematisiert, auf einen Schlüsselmoment dieses Problems.“

Ausstellung GERMAN ANGST, n.b.k. Berlin

20. September – 2. November 2008
Eröffnung: Freitag, 19. September 2008, 19 Uhr

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Bild: .kroski’s Photoshop macht’s möglich

Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 23. September, 2008 in Aktuelles, Christentum, Gesellschaft, Glaube, Humanismus, Kultur, Kunst, Menschen und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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