Kinder um jeden Preis. (Thema beschränkter Humanismus)

Dort wo überhaupt noch ein Kinderwunsch vorhanden ist, muss er mit aller Gewalt durchgesetzt werden?!

Unfruchtbarkeit ist eine Krankheit„, sagt die Welt- gesundheitsorganisation WHO.

Ihre vermeintliche Heilung ist Ausdruck der häufiger anzutreffenden Unfähigkeit, auf traurige Fakten eine sinnvolle Antwort zu finden:

„Die Reproduktionsmedizin muss es doch noch möglich machen!“

Diese Haltung ist Ausdruck einer erschreckenden Fantasielosigkeit…

im Denken zeitgemässer Gesellschaftsmodelle. Und Ausdruck einer festgeschriebenen Wissenschaftsgläubigkeit gerade im Bereich Medizin. Und Ausdruck einer unmenschlichen Unfähigkeit, Fortpflanzung und Lebensgestaltung sinnvoll zu leben.

Die Fakten kennen wir:
60.000 Abtreibungen pro Jahr (allein in Deutschland) auf der einen Seite, teuerste Reproduktionsmethoden für Frauen ab 35 (mit Frühgeburten und kranken Zwillingen) auf der anderen Seite, und schliesslich die rasant steigende Lebenserwartung.

Ich habe mir die aktuellen Gesellschaftsmodelle (Manifeste) des Humanismus genau angesehen, führende Wissenschaftler von Dawkins bis Schmidt-Salomon haben sich viel Mühe gegeben. Aber: Vor lauter  Hass auf Religionen sind sie vermutlich blind geworden, noch dazu auf beiden Augen…

Gläubige Menschen, die Freude an den Wissenschaften haben, sparen sich den Hass, und denken einfach nach:

1. Nach dem 26. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit kontinuierlich ab: Ab 35 ist es Lotteriespiel und das stark erhöhte Schwangerschaftsrisiko für Frauen ist Legende.

2. Reproduktionsmedizin ist teuer und für die Beroffenen mit hohen Risiken behaftet, in Zeiten, wo unser Gesundheitssystem ohnehin schwer finanzierbar ist, und das „Repro-Kind“ auf Krankenschein (als humanistischer Anspruch) eine Frage der Zeit.

3. Jede zweite Ehe wird geschieden. Die hohe Lebenserwartung, Sex- und Karrierewünsche, und Kinderlosigkeit beschleunigen diese Entwicklung.

Wie muss der Leitgedanke eines zeitgemässen Gesellschaftsmodells also aussehen? Er lässt sich in einer Überschrift zusammenfassen:

Zuerst Kinder, dann Karriere.

Hat es Klick gemacht? Die geradezu paradiesischen Folgen für unsere Gesellschaft liegen auf der Hand. Nehmen wir einfach diese 15 Vorteile:

1. Die natürliche Fruchtbarkeitsperiode der Frau wird berücksichtigt und die Gesundheitsrisiken für ältere Schwangere fallen weg.

2. Die teure und risikofördernde Reproduktionsmedizin erfährt einen Rückgang auf ein verträgliches Maß, Repro-Kinder auf Krankenschein braucht es nicht.

3. Mütter studieren ab 30: Die Studienzeiten werden kürzer, und die Einkommensverluste durch Mutterschaftspausen fallen weg: das Familieneinkommen zwischen 40. und 70. Lebensjahr steigt beträchtlich.

4. Die Ausgaben pro Kind müssen bei geringerem Haushaltseinkommen zurückgefahren werden: Das schadet Kindern nicht unbedingt, dazu ist die gesellschaftliche Umverteilung „von Alt auf Jung“ entsprechend zu gestalten.

5. Die Zahl der Abtreibungen nimmt ab, sobald der Kinderwunsch in jungen Partnerschaften gelebt werden kann, und die Kindererziehung gesellschaftlich gestützt wird.

6. Die wegfallenden Konsum- und Shoppingexzesse müssen nicht unglücklich machen. Schliesslich ist knackiger, guter und kinderbringender Sex in jungen Partnerschaften auch nicht zu verachten.

7. Die Scheidungsraten ab 35 nehmen ab, weil mit dem Auszug der Kinder aus dem Haushalt ein Sinnzuwachs durch Karriere und stabilere soziale Netzwerke entsteht.

8. Das Weniger an Trennungen verursacht weniger Traumata bei Scheidungskindern.

9. Die näher an den Arbeitseinsatz rückende Ausbildung und ins höhere Alter andauernde Karriere bringt eine neue Wertschätzung älterer Menschen, und deren bessere Absicherung.

10. Das Übel schlecht bezahlter Teilzeitbeschäftigungen für Frauen während der Kindererziehungszeiten nimmt ab.

11. Zufriedene Menschen sind gesünder, in der Folge belasten späte und erfolgreiche Karrieren unser Gesundheitssystem weniger.

12. Weniger Abtreibungen, kleinere Babysterberate und glücklichere Eltern ergeben mehr Kinder: Dies führt wieder zu einer Geburtenrate, mit der die Gesellschaft selbsterhaltende Kinderzahlen erreicht: Kinder haben plötzlich wieder Geschwister, Cousin/e, Onkel und Tanten…

13. Kinder müssen sich weniger damit beschäftigen, ob und wie sie ihre Eltern eines Tages erhalten können, und können ihrer eigenen Lebensplanung den nötigen Raum geben.

14. Im Ergebnis leben Humanisten und Christen in einer zufriedeneren und friedlicheren Gesellschaft.

15. Vielleicht macht es Christen noch einen Tick glücklicher, weil diese Gesellschaft dann auch mehr christliche Werte lebt…

Und hier kannst Du gleich abstimmen… und dann kannst du ja noch deine Meinung kundtun (falls es dir nicht zuviel Mühe macht).


Über .kroski

Was bewegt mich? ".kroski" widmet sich der Auseinandersetzung Christentum kontra Humanismus. Diese ist mittlerweile zum bedeutsamsten Kulturkampf in unserer Gesellschaft geworden: Atheisten, Humanisten und Naturalisten treten immer schärfer gegen jede Form von Religion auf, und die Kirchen wehren sich zunehmend dagegen. Es geht also weniger um unsere christlichen Positionen in der Auseinandersetzung mit Islam und Judentum. Vielmehr ist es die Konfrontation zwischen dem "evolutionären" Humanismus einerseits und den Kirchen andererseits, die unsere Kinder beschäftigen wird. Da möchte ich meinen kleinen Teil dazu beitragen, christliche Werte glaubwürdig zu vertreten. Grüße aus einem spannenden Leben, .kroski

Veröffentlicht am 17. Oktober, 2008 in Atheismus, Christen, Christentum, Familie, Gesellschaft, Glaube, Humanismus, Naturalismus und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 7 Kommentare.

  1. Die globalen Folgen einer hemmungslosen Reproduktion kennen wir auch. Schon jetzt ist die Biomasse der Großfauna (zu der auch der Mensch gehört) sieben mal höher als vor der Industrialisierung. D.h. wir ernähren diese stupende Zahl von Menschen nur (und das angesichts der Zahlen derer die verhungern schlecht genug), weil wir massiven Raubbau an den Ressourcen des Planeten betreiben. Das einzige was wir wirklich brauchen sind vernünftige Lösungsansätze, wie sich die Menschheit mit möglichst wenig Leid für alle Beteiligten gesundschrumpfen kann.

    Doch da die Lager der Gläubigen, allen voran christliche Abtreibungsgegner, hierfür auf beiden Augen blind und beiden Ohren taub sind, wird halt weiterhin agitiert, dass die Lösung all unserer Probleme mehr Kinder wären.

  2. Spreche ich von hemmungsloser Reproduktion? Ich glaub mich tritt ein Pferd… ;-)

    Die „erste“ mit der „dritten“ Welt über einen Leisten zu ziehen, ist kein Zeichen einer überlegten Analyse.

    Beispiel: Wenn wir die Entwicklung der armen Länder wirklich beschleunigen (keine stupide Entwicklungshilfe, sondern echte Hilfe zur Selbsthilfe), dann steigt dort der Lebensstandard – und die Geburtenrate sinkt.

    Wer kann (wenn sie nur wollte) diese Selbsthilfe in Gang setzen? Es ist die sogenannte erste Welt. Wie lange kann sie das noch, wenn sie eine deutlich sterbende Gesellschaft ist?

    Zudem ist hier zunächst nicht von einem Bevölkerungswachstum der ersten Welt die Rede, sondern nur davon, dass diese sich von einer sterbenden in Richtung einer Bevölkerung mit Nullwachstum entwickelt. Und ganz sicher soll sich das Bevölkerungswachstum ärmerer Länder deutlich verringern.

    Es stinkt mir bis oben hin, mir vorgestrige Humanismus-Manifeste durchzulesen. Und mir Hymnen auf die überlegene Wissenschaft anzuhören. Und dass die Religionen die Verantwortung an den major mistakes and murders der Gesellschaft tragen würden.

    Nehmen wir die gegenwärtige Finanzkrise. Wir können nicht davon ausgehen, dass die Finanzwelt christlich orientiert ist. Der Kern der Krise ist doch, das Banker und Händler Kredite an Kreditnehmer (Familien und Singles) gegeben haben, von denen sie wussten, das sie diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zurückzahlen können. Das System kennt wenig Moral, und dieses „overstretching“ wird voraussichtlich mit einer Rezession der wichtigen Wirtschaftsnationen bezahlt werden müssen. Dies wiederum wird allen ökologischen Anstrengungen nachhaltig schaden.

    Kleines Beispiel: Die Aktien der lahmarschigen Automobilkonzerne (Deutschland und USA) sind im Keller, und die kleinen ökologie-orientierten Pflänzchen dieser Branche sind schon wieder tot.

    Anstatt wortreich gegen Religionen zu kämpfen, wäre es vielmehr an der Zeit, gegen das humanistisch-atheistische laissez-faire in der Gesellschaft der reichen Länder mit allen Mitteln unserer Demokratie Position zu beziehen, denn diese Gleichgültigkeit gegenüber dem overstretching des Finanz- und Wirtschaftssystems führt dazu, dass die ökologische Bewegung zum Stillstand kommt, und dass das von dir angeprangerte weltweite Bevölkerungswachstum explosiv voranschreitet.

    Christen-bashing einerseits, Ökologie- und Finanzkrise andererseits, such dir aus, woran du in Zukunft arbeitest.

    PS: Du wirst doch nicht überlesen haben, dass ich mich gegen „Kinder um jeden Preis“ ausgesprochen habe?

    PS PS: Einseitigkeit wirst du mir kaum vorwerfen können.

    PS PS PS: Stopp, ich sollte mich wieder mehr in Bescheidenheit und Demut versuchen… außer du reizt mich wieder bis aufs Blut… ;-)

  3. Sry, ich verstehe Deinen Beitrag so, dass .de gefälligst aufhören soll abzutreiben und wieder mehr Kinder in die Welt setzen soll. Allerdings ist mir schleierhaft welches geopolitische Problem dadurch gelöst wird. Wäre es nicht wünschenswert, dass .de eine Vorreiterrolle in einer humanen Familienplanung einnimmt? Evtl. ein Modell, dass sich dann auch auf andere Länder, auf dritte-Welt-Länder übertragen lässt? Aber halt, ein unsichtbarer Freund hat ja „seid fruchtbar und mehret euch“ gesagt – und bislang hat die Menschheit auch nichts anderes getan.

    Btw, geht die Finanzkrise vom überaus christlichen Amerika aus. Der Atheistenanteil der Bevölkerung beträgt dort 10%. In .de wird die Rolle der Vorturnerin von einer C-Partei gespielt. Insofern sollte man sich religiöserseits den Schuh mindestens genauso anziehen wie auf Seiten der Gottlosen.

    Und noch zum Thema Moral: all das, was an „Moral“ seitens alter Wüstenreligionen aufgetischt wird überzeugt i.d.R. nicht und hilft uns bei der Finanzkrise auch nicht weiter.

  4. Also wenn schon, dann .at und .de, aber viel bedeutsamer ist doch, dass die gesellschaftlichen Situationen viel komplexer sind (Abtreibung ist da nur ein kleinerer, aber sehr trauriger Teil), und auch mein Beitrag versucht eine Vielzahl von Zusammenhängen und Differenzierungen aufzuzeigen…

    Der Ausgangspunkt ist die Reproduktionsmedizin (RM). „Sag mir, welche Forschung&Entwicklung in einer Gesellschaft betrieben wird, und ich sag dir, wie deine Gesellschaft ethisch/politisch aufgestellt ist“.

    RM hat hervorragende Budgets, weil Frauen (mit Geld) immer später um jeden Preis Kinder haben wollen. Der Rattenschwanz von Problemen abseits der medizinischen Fragwürdigkeiten sollte durch meinen Beitrag deutlich geworden sein… oder sagen wir zutreffender, der Beitrag zeigt viele positive Entwicklungen, wenn ein Konsens erzielt werden kann, dass Frauen ihre Karriere später beginnen:

    Erstens gibt es dann keine unbegrenzte Anzahl von Kindern, weil Studium & Karriere ja nicht zu spät einsetzen können.

    Zweitens kommt es zu interessanteren und erfolgreicheren Karrieren der Mütter, weil sie kontinuierlicher (keine Babypausen) und konsequenter (keine Ausbildungsunterbrüche) an ihrem Karriereweg arbeiten können.

    ABER:
    Ich will niemanden abhalten, ein humanes .de-Familien-Planungsmodell aufzuzeigen, das sogar für Dritte-Welt-Länder anzuwenden ist: Wie sieht das aus???

    Zur Finanzkrise, vielmehr zu USA will ich folgendes anmerken. Sicher haben weite Teile der USA unglaublich religiös geprägte Bevölkerungskreise. Daraus zu schließen, dass die Drahtzieher der Kredit- und Immobilienszene ein aktives Glaubensleben führen, ist wiederum sehr kühn! Da „ziehe ich mir religiöserseits sicher nicht denselben Schuh an“.

    UND:
    dann war ja noch von Moral & Ethik die Rede. Wer will denn behaupten, dass nur Religiöse über Moral verfügen würden bzw. sollen? Die (ethischen) Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft stellen GESAMT-gesellschaftliche Fragen dar, alle sind einzuschließen, also würde ich mir doch gerne die HUMANISTISCHE Ethik ansehen, die der Finanzwelt als Leitsystem dienen kann???

  5. Also wenn schon, dann .at und .de, aber viel bedeutsamer ist doch, dass die gesellschaftlichen Situationen viel komplexer sind (Abtreibung ist da nur ein kleinerer, aber sehr trauriger Teil), und auch mein Beitrag versucht eine Vielzahl von Zusammenhängen und Differenzierungen aufzuzeigen…

    Eine solche Herangehensweise ist ja auch in Ordnung, nur kann ich diese nicht mehr nachvollziehen, wenn Du Dawkins oder Schmidt-Salomon blinden „Hass auf Religionen“ unterstellst. Das hört sich für mich nicht sehr differenziert an. Ich kenne von den beiden genannten ausschließlich religionskritische Schriften, aber keine Hasstiraden. Dass man mit religiöser Brille Kritik schon als Hass einstuft, kann ich mir zwar gut vorstellen, spricht aber eben nur für die nicht bzw. wenig vorhandene Kritikfähigkeit der jeweiligen Glaubensrichtung und ihrer Anhänger.

    Zur Finanzkrise, vielmehr zu USA will ich folgendes anmerken. Sicher haben weite Teile der USA unglaublich religiös geprägte Bevölkerungskreise. Daraus zu schließen, dass die Drahtzieher der Kredit- und Immobilienszene ein aktives Glaubensleben führen, ist wiederum sehr kühn! Da “ziehe ich mir religiöserseits sicher nicht denselben Schuh an”.

    Gut und ich ziehe mir aus einer atheistischen Position den Schuh genausowenig an, nur weil Du der Meinung bist Atheismus (oder Humanismus) mit Unmoral gleichsetzen zu müssen. Das ist schlicht und ergreifend falsch (zumal sich – nur als Anmerkung – aus einem Gottglauben maximal eine beliebige Moral ableiten lässt, was ich als suboptimal empfinde).

    Und noch als abschließende Bemerkung: Kapitalismus bzw. unser globales Wirtschaftssystem ist nicht auf eine systemische Ethik hin ausgelegt, schon gar nicht auf eine humanistische. Insofern ist das Zusammenführen der beiden Begriffe nichts anderes als ein Kategoriefehler. Und wenn ich mir z.B. das wirtschaftliche Gebaren von Caritas und Diakonie ansehe, dann kann ich keinen Unterschied zwischen religiöser und profaner Gewinnmaximierung erkennen, eher das Gegenteil, durch den hohen Anteil an „ehrenamtlichen“ Tätigkeiten, sind die christlichen Träger oft die größeren Ausbeuter.

  6. Familienplanung, ach ja genau, darum ging es doch Beitrag oben… ;-)

    Dein Familienplanungsmodell steht noch aus, kommt da noch etwas zum Thema???

    „…nur weil Du der Meinung bist Atheismus (oder Humanismus) mit Unmoral gleichsetzen zu müssen.“

    Ganz richtig, so eine Behauptung wäre Blödsinn: Da sind wir uns ganz einig, dass die Humanismus-Vertreter ihre Moral und Ethik aufgestellt haben (dass ist unter den Suchbegriffen „Humanismus“ bzw. „Atheismus“ auf diesem Blog vielfach abrufbar), die Frage ist doch – mit welchem Inhalt, und wie glaubwürdig sie das getan haben und tun.

    Lassen wir den wackeren Schmidt-Salomon zunächst außen vor, denn die Tiraden des R. Dawkins genügen an dieser Stelle, sie sind Legende, und von mir vielfach zitiert worden: Es ist sehr, sehr armselig für einen so begabten Mann, sich derart in die Schund- und Schmutzauslage zu stellen. Aber möglicherweise ist er lernfähig, denn sein „Wie-kann-ich-meiner-armen-Lalla-helfen-Roman“ mit dem Titel „Der Gotteswahn“ hat inzwischen einen knapp 1.000 Seiten Nachfolger erfahren, wo der Autor (jedenfalls nach den mir bekannten Kritiken) andere Tonlagen gewählt hat.

    In dieser auf vielen Blogs vorherrschenden Diskussionsform „ich bin Atheist, und zeige mit jedem Statement, wie rückschrittlich und inhuman Religionen und ihre Anhänger sind“, die von der religiösen Seite gekontert wird „Ich glaube, und anhand der von Atheisten grundsätzlich falsch interpretierten Bibelstellen zeige ich dir, wo es wirklich langgeht“ sollten einmal Grenzen und Differenzierungen die Oberhand gewinnen.

    „…zumal sich …aus einem Gottglauben maximal eine beliebige Moral ableiten lässt, was ich als suboptimal empfinde“

    Differenzierung und Klarstellung, da sind wir an einem wahren Knackpunkt angelangt:

    1. Die Humanismus-Manifeste präsentieren eine primär auf Maximierung von Glück und Freiheit des Individuums aufbauende Ethik.

    Daher ist es auch gar nicht verwunderlich, dass uns die humanistischen Ansätze zu Familie und Familienplanung, Partnerschaften, Gender-Themen, Abtreibung, Suizid etc. wenig sagen, außer dass so gut wie alles erlaubt ist, solange es der Freiheit und dem Glück des Individuums dient, und dem Nächsten kein grober Schaden zufügt wird.

    2. Die christliche Religion hat zunächst auch eine individuelle Heilsbotschaft: 1) Liebe und verehre den Schöpfer der für uns erkennbaren Welten, und liebe dich selbst als „Kind“ dieser Schöpfung. 2) Liebe deinen Nächsten und deine Feinde mehr als dich selbst.

    Der christliche Glaube sagt, dass die Befolgung dieser beiden Leitsätze (Gebote) eine so umfassende Wirkung hat, dass damit das Leben auf dieser Erde „geheilt“ wird, und noch getoppt wird von der Erwartung einer ewigen Freude (ewiges Leben).

    Die umfassende Wirkung im realen Leben führt u.a. zu Lebensschutz (das entstehende Leben ist mit wenigen Ausnahmen über das der Trägerin zu stellen), zum Wert der Familie (Kernzelle der Gesellschaft, nur Mann+Frau bilden Ehe und Familie), zu einer Ablehnung [begleiteten] Suizids (wie kann ich von Gott geschenktes Leben an mir oder für andere zerstören), zur Ablehnung des Wuchers (ein Finanzsystem, das die Realwirtschaft um Vielfaches übersteigende Spekulationsblasen erzeugt, ist abzulehnen) usw. usw. usw.

    Welche Botschaft jeden Menschen persönlich SCHNELLER und LEICHTER glücklich machen kann, ist klar: Go and vote for humanism!

    Welche Botschaft seit vielen Generationen ein „bisschen mehr“ mehr verlangt, als PRIMÄR individuelles Glück und individuelle Freiheit, wird ebenfalls klar:

    Weil diese Botschaft so verdammt umfassend, so wahnsinnig fordernd, so unverschämt uneigennützig ist, deswegen…

    …scheitern seit Jahrhunderten so unglaublich viele, auch ernstzunehmende gläubige Menschen daran.

    Dieses ganze Rumgequatsche, Christen in Europa seien fortschrittsfeindlich, ist undifferenzierte Kritik, so kommen wir wieder zurück zu meinem Beitrag:

    Ich bin nicht aus Wissenschaftsfeindlichkeit gegen den hohen Mitteleinsatz im Fall der Reproduktionsmedizin. Sondern aus Überzeugung, dass uns eine intelligentere, frauenfreundlichere, christlichere Familien- und Karriereplanung diesen Mitteleinsatz zurückschrauben lässt, und er an sinnvollerer Stelle zum Einsatz kommen kann… und soll.

  7. 1) Liebe und verehre den Schöpfer der für uns erkennbaren Welten, und liebe dich selbst als “Kind” dieser Schöpfung. 2) Liebe deinen Nächsten und deine Feinde mehr als dich selbst.

    Der christliche Glaube sagt, dass die Befolgung dieser beiden Leitsätze (Gebote) eine so umfassende Wirkung hat, dass damit das Leben auf dieser Erde “geheilt” wird, und noch getoppt wird von der Erwartung einer ewigen Freude (ewiges Leben).

    Genau das meine ich mit beliebiger Moral. Euer „Schöpfer“ (zu dessen „Schöpfungsakt“ es bislang keinen Hinweis gibt) stellt „Gebote“ auf, ohne zu erklären, was das eigentlich soll. So z.B. Hitler mein „Nächster“ wäre, sehe ich nicht in der Liebe die Option der Wahl. Feindesliebe ist nichts anderes als ein Oxymoron, dessen Sinnlosigkeit sich schon aus der Definition der Einzelbegriffe ergibt. Derartiges als Stein der Weisen zu propagieren, obwohl historisch gesehen selbst bei 99% christlicher Durchdringung der Bevölkerung nicht mehr, sondern eher weniger Frieden (und Wohlstand) herrschte als heute, entspricht zwar der üblichen klerikalen Vorgehensweise, durch ständige Wiederholung unbelegter Behauptung Glaubwürdigkeit zu schaffen, hat aber mit der Realität recht wenig zu tun.

    Im Übrigen ist diese „Gebote & Befolgung derselben“-Kiste moralisch in etwa auf Kleinkindniveau: wenn ich im Diesseits nicht brav bin, dann werde ich im Jenseits bestraft. Denn der sich daraus ergebende Umkehrschluss, der imho auch in vielen christlichen Argumentationen erkennbar ist und dort Ungläubigen fälschlicherweise und ad nauseam untergeschoben wird, ist folgender: gibt es sowas wie das Jenseits nicht, dann ist im Diesseits alles erlaubt.

    Die Schlussfolgerungen aus dieser „Moral“ zu Lebensschutz, Wert der Familie, Sterbehilfe/Suizid oder Ablehnung des Wuchers sind für mich nicht nachvollziehbar und imho non-sequitur.

    Ich bin nicht aus Wissenschaftsfeindlichkeit gegen den hohen Mitteleinsatz im Fall der Reproduktionsmedizin. Sondern aus Überzeugung, dass uns eine intelligentere, frauenfreundlichere, christlichere Familien- und Karriereplanung diesen Mitteleinsatz zurückschrauben lässt, und er an sinnvollerer Stelle zum Einsatz kommen kann… und soll.

    Gerade christliche Gruppierungen haben in .de bei der in-vitro-Fertilisation verhindert, dass (auf Grund des „Embryonenschutzgesetzes“) mehr als 3 Eizellen innerhalb eines Zyklus zum Einsatz kommen können. Die Erfolgsrate liegt bei IVF aber nur bei lediglich 20%, so dass hier die optimale Zahl eher 5 oder 6 befruchtete Eizellen wären. Die geringere Zahl von 3 führt zwangsläufig zu mehr Kosten. Wieso kritisierst Du nicht mal zur Abwechslung die (christlichen) Vertreter, die ein derartig realitätsfremdes Konzept genehmigt haben und/oder gutheißen, wenn es Dir schon um den Mitteleinsatz geht?

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