Archiv der Kategorie: Medien

„Offener Kommentar“ an Peter Michael Lingens

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Vor wenigen Tagen schrieb P. M. Lingens
einen Kommentar zum Thema
„katholische Frauenverachtung“.

Dabei zeigt sich auf unangenehme Weise eine Ansammlung von  Halbwahrheiten und Einseitigkeiten, als hätte Lingens es ausschließlich mit einer Lobby verkalkter Atheisten und Agnostiker zu tun.

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Aber obwohl auch ihresgleichen [gemeint sind christliche Politiker] mittlerweile die Unterdrückung der Frau im Islam bedauern, ist die Diskriminierung der Frau als Konstante aller christlichen Gesellschaften nach wie vor ein Tabu.

Von Tabu kann natürlich keine Rede sein, und wir können getrost davon ausgehen, dass PML viel lieber geschrieben hätte „als Konstante aller christlichen Kirchen“. So kann Lingens lächelnd beim Wort genommen werden, denn seine Formulierung ist gar nicht so falsch: Selbst bei äußerst geschrumpftem gesellschaftlichen Einfluß der Kirchen ist die deutliche Unterzahl der Frauen in Führungspositionen gesamtgesellschaftliche Realität. Dieses Phänomen wird beispielsweise in der Wirtschaft eher verschämt unter den Teppich gekehrt, während gerade die katholische Kirche einen offenen und konsequenten Kurs mit dem bewussten Verzicht auf  Frauen in priesterlichen Rängen pflegt.

Die Wittgenstein-Preisträgerin Renée Schroe­der hat in einem „Standard“-Interview an diesem Tabu gerüttelt: Sie hat auf die religiösen Wurzeln der Frauendiskriminierung hingewiesen.

Mit einer bekannten Frau der Wissenschaften versucht PML eine Allianz zu bilden, die kontraproduktiver nicht sein könnte, wie die nächsten Zitate zeigen. PML bezieht sich dabei auf ein Interview mit Frau Schroeder vom 8. Jänner im „Standard“.

Es ist Tatsache: In der Bibel oder im Koran oder der Tora haben Frauen keine Stimme. Die einzige Frau, die hier Bedeutung hat, ist die Jungfrau, die rein sein muss, rein durch Leiden. Das ist ein verheerendes Bild. (Schroeder)

Die Bibel jedenfalls kann Frau Schroeder nicht gelesen haben, denn was wäre diese Schrift ohne die 7 Prophetinnen Miriam, Debora, die Ehefrau Jesajas, Hulda, Sara, Hanna, Abigajil und Ester, sowie den bedeutenden Frauen Rebekka, Rut, Maria von Magdala, und den Gemeindeleiterinnen unter Paulus mit Namen Phöbe, Priska und Junia?

Nach Frau Schroeder gibt es einzig die Gottesmutter Maria, die noch dazu „rein sein muss, rein durch Leiden“. Dieser seltsame Satz ist gänzlich irreführend. Maria ist nach christlichem Verständnis rein, weil sie sich trotz der menschlichen Disposition der Erbsünde (also die Freiheit, sich für das Gute wie das  Böse entscheiden zu können) immer für den Dienst an Gott entschieden hat, und daher wie keine andere Frau bereit war, dem Sohn Gottes Mutter und Familie zu sein. Wenn Schroeder nachsetzt „…, rein durch Leiden“, dann bedarf dieser Unsinn keiner weiteren Kommentierung.

Die Kirche erzieht die Menschen nicht zu reflektierenden Denkerinnen, sondern zu angepassten Dienerinnen. Man will mir klarmachen, dass wir Menschen von außen gesteuert sind, von Gott gewollt. Wir können uns nicht selbst organisieren. (Schroeder)

Auch hier eine Ansammlung von Halb- und Unwahrheiten. Genau genommen ist der christliche Glaube diejenige „Weltanschauung“, die am meisten zur Reflexion über die Tugenden Gerechtigkeit und Liebe aufruft – die Heilige Schrift bietet dafür einen unendlich vielfältigen Fundus. Unzweifelhaft sind es gerade die Fragen der Gerechtigkeit und Liebe, an denen unsere westlichen Gesellschaften scheitern. Zweitens ist die Reflexion über das eigene Selbst (im Sinne einer ernstgenommenen Gewissenserforschung) wohl eine Glaubens- und Kulturleistung, die durchaus eine intellektuelle Leistung verbunden mit Feingefühl verlangt.

Weiter heißt es „…dass wir Menschen von außen gesteuert sind, von Gott gewollt.“ Frau Schroeder, sie mögen eine großartige Wissenschafterin sein, aber was (um Himmels Willen) erzählen sie uns über den Glauben? Vorneweg ist eines richtig: Jeder Mensch ist von Gott gewollt, davon sind Christen zutiefst überzeugt. Aber „…von außen gesteuert. Wir können uns nicht selbst organisieren“: Was ist das für ein hanebüchener Unsinn? Erstens: Gerade ein Christ ist aufgerufen, sein Leben in den Disziplinen Gottesliebe, Nächstenliebe und Innenschau zu organisieren, und zwar mit seinen ureigensten Talenten und Anlagen. Zweitens: Eben weil der Christ sich zusätzlich zu seinen „täglichen und praktischen Bedürfnissen“ in den drei genannten Bereichen organisieren muss, hat er einen deutlich höheren Organisationsgrad zu erfüllen als sein säkularer Kollege.

Kommen wir wieder zurück zu Peter Michael Lingens und seinem Thema Frauenverachtung:

Doch das patriarchale Imperium hat in Gestalt der christlichen Kirche zurückgeschlagen: Schon hundert Jahre später heißt es im so genannten Thomas-Evangelium: „Ein Weib lerne in der Stille und in aller Untertänigkeit.“

Wie soll denn bei einer derart unpassenden Argumentation ein Diskurs entstehen? Als Mann habe ich kein Problem, mir den Satz vorhalten zu lassen: „Ein Mann lerne in der Stille und in aller Untertänigkeit.“ Denn christlich-konsequent gedacht ist die Frage der Untertänigkeit immer auf den Schöpfer bezogen, und der Dienst an Gott gilt gleichermaßen für Frau und Mann. Vor allem aber ist ihr Hinweis, Herr Lingens,  auf  das Thomas-Evangelium im Zusammenhang mit der „patriarchalen christlichen Kirche“ ganz und gar fehl am Platz, denn eben dieses Evangelium hat es nicht in die Heilige Schrift „geschafft“.

Ihr anschließendes Zitat von Johannes Paul II. erweckt ein ungerechtes Bild eines Papstes, der etwas einzigartiges für die intellektuelle Stellung junger Frauen getan hat: 1997 ernannte Papst Johannes Paul II. Thérèse de Lisieux zur Kirchenlehrerin, eine im jugendlichen Alter von 24 Jahren verstorbene französische Nonne, die er ob ihrer vorhandenen Stellung als bereits 1925 heiliggesprochene Frau der katholischen Kirche keinesfalls hätte auszuzeichnen brauchen.

Die Frau ist ein Missgriff der Natur – mit ihrem Feuchtigkeitsüberschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertig – eine Art verstümmelter, verfehlter, minderwertiger Mann.

Kirchenlehrer kommen bei PML dann zu Wort, wenn sie für frauenfeindliche Zitate taugen; so muss sich Thomas von Aquin in die Reihe zitierter Frauenverachter einreihen. Herr Lingens scheint der merkwürdigen Meinung zu sein, dass heilige Frauen und Männer keinen Irrtümern unterliegen dürften. Vermutlich sind katholische Heilige nach PML keine Wesen aus Fleisch und Blut, sondern emotions- und geschichtslose Seelen ohne gesellschaftliches Umfeld, die nichts als ewiggültige Lehrsätze zu formulieren haben.

Im Fall des Heiligen Thomas von Aquin können wir abschließend sagen: Wären Frauen eine Art „verstümmelter, verfehlter, minderwertiger Mann“, dann hätte Gott als Schöpfer wohl einen Fehler gemacht, und davon kann Thomas von Aquin klarerweise nicht ausgegangen sein.

Die katholische Bewunderung für die „Jungfrau Maria“ ist, wie Schroeder richtig behauptet, kein Gegenbeispiel, sondern eine Bestätigung: eine Frau, die nichts außer hilfreich sein durfte und „unbefleckt“ empfangen musste.

Nochmals lässt sich PML auf das (in Kirchen- und Glaubensfragen) bescheidene Niveau von Frau Schroeder ein. Maria „musste nicht unbefleckt empfangen“, sondern sie war einfach bis zur Verkündigung unbefleckt. Wie klein denken sich Schroeder und PML den christlichen Gott, wenn sie ihm nicht zugestehen, die „reine Seele“ Mariens zu erkennen, und diese Maria von Nazareth als Mutter Jesu zu wählen?

Weiter heißt es: „Eine Frau, die nichts außer hilfreich sein durfte“. Das ist schon ein besonderer Höhepunkt an Unverständnis und/oder Verdrehung. Haben sich Frau Schroeder und PML einmal überlegt

  • was für ein Geschenk und Auszeichnung die Gottesmutterschaft ist,
  • andererseits welcher Erklärungsnotstand gegenüber Verwandten und Außenstehenden entstanden ist,
  • und welche Verantwortung mit dem Aufziehen Jesu verbunden war?

Ich stelle mir das Leben der Maria und des Josef äußerst anspruchsvoll vor, es bestand in einer nie dagewesenen Herausforderung, die eine Äußerung wie „eine Frau, die nur hilfreich sein durfte“ in einem sehr einfältigen Licht erscheinen lassen.

Irgendwann muss ein Papst sich für ihren Beitrag zur Diskriminierung der Frau nicht anders entschuldigen, als sich Papst Johannes Paul II. für ihren Beitrag zur Verfolgung der Juden entschuldigt hat.

Es soll an dieser Stelle gar nicht beurteilt werden, ob ein Papst sich irgendwann für etwas zu entschuldigen hat. Sicher ist aber, dass hochkarätige Journalisten im Range eines Peter Michael Lingens qualifiziertere Beiträge zum Thema verfassen sollten, dass man von Frauen vom Kaliber der Wittgenstein-Preisträgerin Renée Schroe­der keine (oder aber klügere) Beiträge zur Rolle der Kirche verlangen sollte, und dass schließlich die Frauenfrage ein Problem auch der säkularen Gesellschaft ist.

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Profil-Artikel
Standard-Interview
Die Replik auf das Schroeder-Interview Kommentar der Anderen

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Harvard-Forscher Green unterstützt Papst in der Kondom-Frage

HIV-positiver Junge

HIV-positiver Junge

Die Kommentare von Benedikt XVI. in Bezug auf den Kondomgebrauch waren Teil einer Erläuterung des doppelten Ansatzes der Kirche in der AIDS-Bekämpfung. In seiner Antwort betonte der Papst, daß man AIDS nicht mit Werbeslogans und Kondomverteilung überwinden kann und argumentierte, dass sie das Problem verschärfen.

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Suhrkamp und die „dritte Kultur“

Kann denn Lernen, kann denn Wissen unschuldig sein? Spätestens seit Michel Foucault wissen wir: Nein.

2008 kommt nun der Suhrkamp Verlag ins Spiel und legt mit der „edition unseld“ eine neue Verlagsreihe vor, die für eine „dritte Kultur“ werben möchte. Auch hier soll nach Wegen aus den „Sackgassen des 19. Jahrhunderts“ gesucht werden…

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DANKE! .kroski ist 5stellig, monatlich 4stellig, eine 3fache Freude 2er Seelen in 1 Brust…

Neues layout? Nein.

Anderer Inhalt? Nein.

Neuer Betreiber? For heaven’s sake, no!

Was dann?

xxx

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Tibet: Chinesisches Militär als Mönche verkleidet?

Chinesische Militärs sollen als Mönche verkleidet den Konflikt weiter provoziert haben. Eine kurze Betrachtung zum Mitdenken:

Militäraktion

Stimmt der erhobene Vorwurf tatsächlich, dann mündet das Vorgehen der chinesischen Soldaten in Strategie 1 der Militärs: Wir weiten die Konflikte gezielt aus, um eine dann folgende brutale Niederschlagung zu rechtfertigen.

Die Gegenthese soll hier nicht verschwiegen werden: Verkleidete Militärs sollen die Eskalation von Aufständen direkt vorort verhindern helfen. Strategie 2 würde folgerichtig lauten: Wo immer Konflikte aufflammen, ersticken wir die Gewalt im Keim, bis das Interesse der Weltöffentlichkeit an Tibet verschwindend klein wird.

Dabei ist die Schlussfolgerung nicht unwichtig, dass…

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Tibet – end the violence: Mitmachen!

Dalai Lama

Wer die kommenden Olympischen Spiele in China aktiv oder passiv unterstützt, ist ein moralisches Schwein. Ich habe gerade eine Petition unterschrieben, welche die chinesische Regierung auffordert die Menschenrechte in Tibet zu respektieren und einen substantiellen Dialog aufzunehmen. Diese Kampagne ist wirklich wichtig und ich hoffe, dass ihr sicherlich mitmachen wollt. Klickt auf diesen Link:

http://www.avaaz.org/de/tibet_end_the_violence

Nach Jahrzehnten chinesischer Repression hat sich die Frustration der Tibetischen Menschen in Straßenprotesten und gewaltsamen Unruhen entladen. Während die Welt wegen der bevorstehenden Olympischen Spiele auf Tibet schaut, rufen die Tibeter die Welt um Hilfe für einen Wechsel.

Die chinesische Regierung trifft gerade jetzt eine wegweisende Entscheidung zwischen brutaler Eskalation oder Dialog, die die Zukunft Tibets und Chinas bestimmen kann. Chinas Präsident Hu Jintao muss zu hören bekommen…

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And the Oscar goes to…

Oscar
…the Creator’s Enemy: Mr. Richard Dawkins!

Hey, das klingt doch fantastisch. Da können wir uns die anstrengende Sache mit Gott und der Religion vielleicht doch sparen. Aus dem Fasching bzw. Karneval heraus starten wir endgültig in Richtung völlig „befreite“ Ostern… Aber der Reihe nach. Was sind nun die good news aus der scientific community?
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Burma: Junta verteidigt Gewalt gegen Mönche

Avaaz.org hilft Spenden fliessen, Petition in GB

Zyklon Nargis Aktuelle Entwicklung in Burma

Achtung: Infos und Aktionen betr. TIBET, CHINA, NAHOST…

siehe auch: NEU 2008-04-20: Tibet: Militär als Mönche verkleidet?

siehe auch: NEU 2008: free-Tibet-du kannst-mitmachen

siehe auch: burma-myanmar-schweigen

siehe auch: free-burma-du-kannst-mimachen


Burma und kein Ende,
ein Zitat aus der Presse:

„Birmas Religionsminister hat die Niederschlagung der friedlichen Proteste in dem südostasiatischen Land Ende September erneut verteidigt. Die Demonstranten seien von «falschen» Mönchen verleitet worden, sagte Brigadegeneral Thura Myint Maung bei einem Treffen mit dem staatlich sanktionierten Mönchsrat in Rangun. Das berichteten die Staatszeitungen am Donnerstag mit einem Bild, das den Brigadegeneral in devoter Haltung vor den Mönchen zeigt. Mit solchen Fotos versucht die Militärregierung die Botschaft zu vermitteln, die Mönche seien der Junta wieder wohlgesonnen.

Burma, Quelle DPA

Der Minister sagte, als Buddhisten hätten die Soldaten bei der Niederschlagung des Aufstandes äußerste Vorsicht walten lassen. Kein Mönch sei in Gefangenschaft ums Leben gekommen. Dissidentengruppen haben dagegen Fotos von Toten und Misshandelten in den safranroten Roben der Mönche veröffentlicht. Die Gewalt gegen die Mönche hat in dem buddhistischen Land ein Tabu gebrochen. Die Menschen sind über das Vorgehen nach wie vor entsetzt. Die Junta ernannte unterdessen Generalleutnant Thein Sein zum Premierminister. Er tritt die Nachfolge des Mitte Oktober gestorbenen Soe Win an. Das Amt ist mit keinerlei Macht ausgestattet, da die Politik von der Militärjunta bestimmt wird.“
(© Welt erschienen am 25.10.2007)

2008: Die Gewalt gegen die Mönche hat in dem buddhistischen Land ein Tabu gebrochen. Allein diese Tatsache erfordert unser Beten und Handeln, soweit es in unserer Macht steht. Siehe die links oben, um Petitionen für die Befreiung Burmas und Tibets zu unterzeichnen! Danke!

Achtung: Infos und Aktionen betr. TIBET, CHINA, NAHOST…

FREE BURMA: zeit zu handeln!

an alle blogger mit herz und verstand: hier ist eine aktion zum mitmachen, HEUTE am 4.oktober:

Free Burma! näheres auf dieser seite.


Free Burma!

es baut auf, dass in der blogosphäre aktuell wichtige schritte gesetzt werden!
see you there, folks…

Burma, Birma, Myanmar.

 

siehe auch: free TIBET – mitmachen!

siehe auch: Burma-Myanmar-Berichterstattung?

 

Täglich will ich – so wie Millionen anderer – umfassend und kompetent über die Entwicklung in Burma unterrichtet werden – doch die klassische Nachrichtenschiene schüttet uns nur mit lokalen News voll. Aber wir haben ja unsere Online-Quellen. Hier aktuelle Auszüge und Verweise:

DIE GELBE REVOLTE

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Beppe Grillo: Populist oder Premier?

„Ihr lebenden Leichen, ich reiße euch den Arsch auf!“ schreit Grillo auf der Bühne vor den Gegnern des Hochgeschwindigkeitszuges. „Sie wollen uns glauben machen, dass man 20 Milliarden Euro ausgeben kann, um 20 Minuten zu sparen! Um danach zwölf Stunden allein für die Strecke SalernoReggio Calabria zu brauchen! Ist es ein Fortschritt, wenn der Mozzarella mit 300 Stundenkilometern durch das Susa-Tal rast? Ist es ein Fortschritt, wenn Kartoffeln in Deutschland geschält, in Sizilien gewaschen, in Genua frittiert und in Deutschland verpackt werden?“

BEPPE GRILLO

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Virtueller Krieg der Kulturen: Ideologieschlacht am Bildschirm

Immer mehr Computerspiele dienen propagandistischen Zwecken:

„Egal, ob USA, Iran oder Hisbollah Der „Krieg der Kulturen“ ist in der digitalen Welt längst Wirklichkeit geworden. „Werte“, auf die es ankommt, werden mitgeliefert. Kampfbereite Spieler vor dem Computer können sich während der Ladezeiten einprägen, was wirklich wichtig ist: Loyalität, Ehre, Selbstlosigkeit und ein soldatischer Treueschwur auf die USA. „America’s Army“, das offizielle Computerspiel der US-Armee möchte mit Heeresidealen und scheinbar realistischen Eindrücken vom Leben in der Armee neue (echte) Soldaten kostengünstig rekrutieren. Kritiker werfen dieser Strategie offene Propaganda und Verminderung der Gewaltschwelle als Vorbereitung auf reale Gefechte vor.

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