Archiv der Kategorie: Theologie

Welches geistige Lercherl verkündet denn heute „den historischen Jesus“?

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Wir alle kennen „Selbstverständlichkeiten“, die nicht mehr hinterfragt werden müssen, weil selbst
(in religiösen Fragen völlig überforderte) Atheisten
wie z.B. Richard Dawkins sie ausser Streit stellen.

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Der historische Jesus, da gibt es einen weitreichenden Konsens, also gut und Ende.

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Wirklich?

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Dazu eine kleine Geschichte, die dem Blog zeitzubeten entnommen wurde.

„Mein Sohn Gregor besucht im Gymnasium (nahe Wien) den Religionsunterricht, der von einem Priester geführt wird. Kürzlich frage ich Gregor, was sie gerade in Religion besprochen haben. Das Thema der Stunde war der historische Jesus. Nicht sonderlich originell, denke ich mir, aber besser als nur Smalltalk. Wenige Wochen später, Gregors Firmunterricht hat begonnen, frage ich, was denn so besprochen wird. „Der historische Jesus“, erzählt mein Sohn.

Sind wir denn schon so weit, dass lieber über historische Erkenntnisse als über das einzigartige Mysterium Jesu gesprochen wird? Muss schon so viel Rücksicht auf Kinder aus religiös-unentschiedenen Familien (in der Schulstatistik heißt das „ohne Bekenntnis“) genommen werden, dass man Priorität auf den historischen Menschen Jesus legen muss?

Meine nächste Frage an meinen Sohn war natürlich: Haben denn die Herren darauf hingewiesen, dass die historischen Fakten zu Jesus interessant seien, aber die eigentliche Geschichte dann erst beginnen würde – oder besser gesagt, schon viel früher und in einer ganz anderen Dimension ihren Ursprung genommen hat. „Nein, eigentlich nicht“ war die Antwort, die mich dann endgültig stutzig gemacht hat.

Wie dankbar war ich unserem Papst Benedikt, als er kürzlich klare Worte in dieser Frage gefunden hat! So spricht Benedikt XVI.:

„Die wahren Theologen sind jene, die das Mysterium Christi aus innerem Antrieb überzeugend verkünden, und nicht die «großen Spezialisten», die sagen könnten, wo der Messias in Bethlehem geboren sei.“

Und kath.net berichtet: „Man reduziert den menschgewordenen Sohn auf einen „historischen Jesus“, eine wirklich tragische Figur, ein Gespenst ohne Fleisch und Knochen – einen, der im Grab geblieben, der wirklich ein Toter ist. Die Methode weiß bestimmte Fische zu fangen, aber sie fängt nicht das große Geheimnis ein – weil der Mensch sich selbst zum Maß macht und bestimmte Methoden absolut setzt, die zu den großen Wirklichkeiten einfach nicht passen.

Warum ist das so? Ist das Christentum die Religion der Dummen, der Ungebildeten? Erlischt der Glaube da, wo die Vernunft aufwacht? Nicht ganz, wenn wir in die Geschichte schauen. Es gibt nämlich auch Kleine, die gleichzeitig Wissende sind. Etwa Johannes, Fischer vom See Genezareth, der unter dem Kreuz steht, und den die Kirche „den Theologen“ nennt. Oder Saulus, der zunächst gelehrt ist, aber nicht sehend, und der sich nach seinem Damaskus-Erlebnis kleinmacht und zu sehen beginnt.

In den vergangenen zweihundert Jahren habe es große theologische Gelehrte gegeben, die die Details der Heiligen Schrift ergründet hätten, aber das christliche Mysterium selbst, die Gottessohnschaft Jesu, aus den Augen verloren hätten, führte der Papst aus. Viele weniger Gebildete hingegen hätten ein beeindruckendes Zeugnis für Gott abgelegt. Als Beispiele nannte das Kirchenoberhaupt die Seherin von Lourdes, Bernadette Soubirous, die französische Mystikerin Therese von Lisieux, die sudanesische Sklavin und spätere Ordensschwester Schwester Bakhita sowie die Ordensgründerin und die selige Teresa von Kalkutta.

Der große Gelehrte wird ein Kleiner – und sieht so in der vermeintlichen Torheit Gottes Weisheit, die menschliche Weisheiten übersteigt.“ Der Spezialist sieht nur noch Details, aber nicht mehr das Ganze“, erklärt der Papst schließlich. Und er betet – mit den Theologen zusammen – um Demut: ‚Dass wir uns klein machen, um wirklich weise zu werden‘.“

Theodizee: Sind das Leiden und das Böse überhaupt ein Problem?

Wozu leiden wir?

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0815-Anleitungen honoriger Männer und Frauen lassen meine Magensäure in unerträgliche Höhen schiessen, also meide ich dieses Literaturgenre für gewöhnlich. Jedenfalls sah ich beim letzten Besuch bei meinen Eltern ein Buch liegen (Aus heiterem Himmel – Einfälle und Eingebungen für das Leben hier unten von Abtprimas Wolf Notker) und…

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…oder begeisterte Theologen beten um Bestätigung?

Bloggen wird erst dann gut, wenn es wenigstens den Hauch von Selbstironie oder Widerspruch zulässt. Kamenins Artikel „Verzweifelte Theoretiker bitten um Widerlegung“ (ein kurzer Verweis auf einen Artikel von Lawrence Krauss auf der Seite von Edge: The Third Culture) hatte etwas Anregendes für mich, allerdings nicht in Richtung lesen, wohl eher in Richtung beleuchten

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